Das Leben als Schausteller

Mittwoch, 11. Mai 2016, 14.00 Uhr Interview der Klasse 3B im Rahmen des Projekts Zeitung in der Schule

Das Leben als Schausteller

Interview der Klasse 3B mit Herrn Ewald Schneider, Schausteller auf der Regensburger Maidult

Nico: Wie heißt Ihr Fahrgeschäft, lieber Herr Schneider? Können Sie uns gleich zu Beginn des Interviews einige „Insider-News“ zu Ihrem Fahrgeschäft verraten?

Herr Schneider: Mein Fahrgeschäft heißt „Hangover-The Tower“. Letztes Jahr im Juli 2015 wurde der Hangover brandneu ausgeliefert. Der Hangover ist der höchste transportable Freifallturm der Welt (85 Meter Höhe). Er wiegt 180 Tonnen. Die Gondel saust mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h im freien Fall nach unten, es ist eine Magnetbremse eingebaut. Das Fahrgefühl im Hangover ist unglaublich spannend, da G-Kräfte wirken. Man hebt richtig vom Sitz ab, wenn man mit dem Hangover nach unten saust. 1 G könnt ihr mit dem Doppelten des Körpergewichts vergleichen. 4,5 G wirken beim freien Fall im Hangover vertikal auf den Körper, das ist vergleichbar mit dem Start eines Starfighter Flugzeugs.

Sebastian: Wie viele Jahre sind Sie schon Schausteller?

Herr Schneider: Ich habe gleich nach der Schule den Autoscooter-Betrieb meiner Eltern übernommen, mittlerweile bin ich bereits seit ca. 30 Jahren Schausteller.

Dominik: Ist Schausteller Ihr Traumberuf? Wollten Sie bereits als Kind Schausteller werden?

Herr Schneider (lächelt verschmitzt): Natürlich wäre Sänger bei den Domspatzen mein Traumberuf, aber das hat mit meiner Stimme nicht so gut geklappt. Also bin ich Schausteller geworden. Ja, das ist mein Traumberuf!

Gerald: Gibt es einen „Spruch der Schausteller“, wie z. B. „Waidmannsheil!“ bei den Jägern oder „Toi, toi, toi“ bei den Schauspielern? Oder haben Sie ein persönliches Lebensmotto?

Herr Schneider: „Die Welt ist unser Feld“ ist unser Motto.

Alex: Wo wohnen Sie, wenn Sie auf der Dult sind?

Herr Schneider: Ich wohne in einem Wohnwagen während der Dultzeit.

Richard: Hilft Ihre ganze Familie mit? Wie groß ist Ihre Familie?

Herr Schneider: Ich habe drei Kinder. Victoria ist 21 Jahre alt und studiert in München, mein Sohn Ewald ist 19 Jahre alt und betreibt das Fahrgeschäft „Hangover“ als Geschäftsführer, Walther ist 10 Jahre alt, er geht auf eine Schule in München und wird bald ein Internat besuchen. Meine Frau Christina Schneider ist selbstverständlich auch mit mir unterwegs.

Miroslav: Haben Sie auch Haustiere auf Ihren Reisen dabei, z. B. einen Hund?

Herr Schneider: Ja, ich habe einen Hund. Er heißt „Amigo“ und ist eine französische Bulldogge.

Marco: Kochen Sie sich selber was in Ihrem Wohnwagen oder essen Sie jeden Tag was anderes auf der Dult, z. B. Steckerlfisch, Gockerl, Käse und Breze, Schaschlik mit Pommes, Eis, Zuckerwatte, Schokofrüchte?

Herr Schneider: Meine Frau Christina kocht jeden Tag sehr lecker, zum Abendbrot essen wir gerne auch mal ein Butterbrot, `ne Wurstsemmel und Salat. Ab und an kommt das natürlich auch mal vor, dass wir uns einen Steckerlfisch holen oder gebrannte Mandeln bei der Mandelbude.

Justus: Wie viele Stunden müssen Sie jeden Tag auf der Dult arbeiten? Haben Sie auch mal einen Tag frei?

Herr Schneider: Während der Dultzeit haben wir keinen Tag frei, wir arbeiten täglich 8 bis 10 Stunden.

Andreas: Machen Sie auch manchmal dazwischen einen Stadtbummel im schönen Regensburg oder gehen Sie joggen der Donau entlang? Haben Sie Hobbies, denen Sie auf Reisen nachgehen können?

Herr Schneider: Mein Unternehmen ist gleichzeitig mein Hobby! Ich besitze zwei Freifalltürme, den „Powertower“ und den „Hangover-The Tower“. Meine Frau Christina geht öfter mal ins schöne Regensburg um etwas einzukaufen. Im Winter fahren wir gerne mal Ski in den Bergen.

Thomas: Was ist das anstrengendste an Ihrem Beruf?

Herr Schneider: Die Nachtarbeit ist richtig anstrengend. Wir müssen oft lange aufbleiben. Während der Abbauarbeiten arbeiten wir ebenfalls häufig nachts. Da haben wir oft wenig Schlaf, aber der Körper hat sich darauf bereits eingestellt.

Maximilian: Was bereitet Ihnen am meisten Freude an Ihrem Beruf?

Herr Schneider: Wenn ich sehe, dass die Fahrgäste zufrieden sind und lachen, wenn sie mit dem „Hangover-The Tower“ gefahren sind, dann merke ich, dass ihnen die Fahrt Freude bereitet hat. Das wiederum bereitet mir große Freude!

Linus: Wie viele Dulten besuchen Sie pro Jahr?

Herr Schneider: Wir besuchen ca. 12 Veranstaltungen pro Jahr. Wir sind auch in London, im Winter im Wonderland in Luxemburg, in Basel, in München usw. Mein Fahrgeschäft Powertower war das Highlight beim letzten Oktoberfest. Nach der Maidult werden der Hangover und der Powertower nebeneinander auf der Kieler Woche 10 Meter vom Wasser entfernt aufgebaut. Das wird richtig spannend!

Alexander: Wie weit entfernt war der weiteste Ort, an dem Sie Ihr Fahrgeschäft aufgebaut haben?

Herr Schneider: Am weitesten entfernt war London, wir haben das Fahrgeschäft im Hydepark aufgebaut. Das ist von hier aus etwa 1200 bis 1400 Kilometer entfernt. Wir sind über Calais und Dover gefahren.

Luca: Haben Sie zwischen den einzelnen Orten auch mal Urlaub?

Herr Schneider: Ja, das haben wir. Ob wir wirklich immer Urlaub machen oder in Urlaub fahren ist `ne andere Sache.

Raphael: Wie viele Tage benötigen Sie für den Aufbau und für den Abbau des Fahrgeschäfts?

Herr Schneider: Der Aufbau benötigt 3 bis 4 Tage, 360 Schrauben und 50 einzelne Komponenten müssen verbaut werden. Einen ganzen Tag muss man nur für Putzen und komplettes Reinigen des Hangover einplanen. 2 Tage lang etwa dauert der Abbau.

Erlis: Ist die Elektronik Ihres Fahrgeschäfts sehr kompliziert?

Herr Schneider: Ja, da hast du recht, die Elektronik ist ganz schön kompliziert! Der Hangover hat eine Höhe von 85 Metern, damit die Freifallfahrt sehr sicher abläuft wurde viel Elektronik verbaut. Heute zum Beispiel ist ein Monteur hier, der das Gondellicht nochmal genauestens unter die Lupe nimmt. Man könnte es mit einem Reim ausdrücken: Kompliziert, aber es funktioniert!

Ludwig: Wie viele Tage kann man Sie auf der Regensburger Maidult besuchen? Sind bayerische Besucher anders als Besucher von anderen Bundesländern?

Herr Schneider (schmunzelt): Die bayerischen Besuchern betreffend würde ich sagen: Alle Menschen sind gleich und manche sind „gleicher“. Die Fahrgäste können uns 17 Tage lang auf der Maidult besuchen.

Die gesamte Klasse 3B: Leider dürfen noch nicht alle von uns während der Maidult mit ihrem Hangover fahren, da nicht alle von uns 10 Jahre alt sind oder größer als 1,40 m. Aber wir wünschen allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen Riesen-Hangover-Spaß! Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ an Herrn Reinhard Kellner vom Amt für Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz, der uns Herrn Schneider als Interviewpartner vermittelt hat. Herzlichen Dank, lieber Herr Schneider für das superspannende Interview und viele zufriedene Besucher wünschen wir Ihnen und allen Schaustellern der Regensburger Maidult.

Regensburger
Domspatzen

Reichsstraße 22
D-93055 Regensburg
Germany

T: 0941 7962 - 0
F: 0941 7962 - 311
infonoSpam@domspatzen.de

Grundschule
Frau Rektorin i. K.
Petra Stadtherr

Reichsstraße 24
D-93055 Regensburg
T: 0941 7962 - 411
grundschulenoSpam@domspatzen.de

KontaktImpressumDatenschutzSitemap© 2020 Regensburger Domspatzen