Demokratie braucht Bildung

Freitag, 28. Juni 2019, 14.01 Uhr 33 Abiturienten entflogen dem Nest der Domspatzen.

Der Wolfgang-Saal des Gymnasiums der Regensburger Domspatzen ist an diesem Freitag bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Monaten intensiven Studierens und Ackerns haben die 33 Schüler der Q12 nun die Hochschulreife in der Tasche. Noch ein letztes Mal erheben sich die Männerstimmen der Abschlussklasse und formieren sich zum großen Chor. Sie singen „Nehmt Abschied, Brüder!“, die bekannte schottische Volksweise aus dem 18. Jahrhundert, später ins Deutsche übersetzt von Claus Ludwig Laue. Im Saal herrscht während des Liedes eine besondere Stimmung: melancholisch, froh, von Dankbarkeit erfüllt, irgendwie unbeschreiblich. Spätestens jetzt wird aber den meisten „Ex-Domspatzen“ klar, wie intensiv die vergangenen Jahre doch waren und wie heimisch sie sich im „Kaff“ (so nennen die Schüler seit Jahrzehnten Schule und Internat) all die Jahre gefühlt hatten.

Zwei Stunden zuvor: Nach dem festlichen Dankgottesdienst in St. Cäcilia, begrüßte Schulleiter Wolfgang Judenmann die Abiturienten und alle anwesenden Ehrengäste, Lehrer, Mitarbeitende und Schüler des Gymnasiums. In seiner Ansprache betonte Judenmann, dass Bildung eine unverzichtbare Grundlage für Demokratie sei. Angesichts des scheinbar immer rauher werdenden gesellschaftlichen Klimas, stünden auch die Bildungseinrichtungen in der Pflicht, Demokratie wieder einzuüben. „Wo, wenn nicht in der Schule, besteht eine große Chance, aufklärend zu wirken, eine offene demokratische Gesellschaft zu fördern und Werte zu vermitteln“, sagte Judenmann. Jede politische Meinungsbildung setze solides geschichtliches, mathematisches, naturwissenschaftliches und wirtschaftswissenschaftliches Wissen voraus, so Judenmann weiter. „Wir brauchen Gymnasien der Persönlichkeitsbildung“, sagte der Schulleiter. Bei den Domspatzen werde diese nicht zuletzt auch durch die musikalische Komponente in besonderer Weise gebildet.

Die Menschen mit Musik bewegt
Domkapellmeister Roland Büchner erinnerte daran, wie sehr die Abiturienten in zahlreichen Auftritten unzählige Menschen mit ihrem Gesang bewegt hätten. Mit dieser Absolvia werde er immer die wunderbare Chorreise ins Heilige Land verbinden. Im September 2018 unternahmen die Domspatzen zum ersten Mal in ihrer 1000-jährigen Geschichte eine Pilger- und Konzertreise nach Israel und Palästina. Er dankte „seinen Männern“ und bat sie, sich stets dieser Klänge und Bilder zu erinnern und ihnen ein Leben lang nachzuspüren. Abschließend ermahnte er sie mit einem Augenzwinkern: „Wehe, ihr hört auf zu singen!“

Für den Elternbeirat gratulierte Vorsitzende Petra Pfaffenheuser und ermutige die Absolventen, „sich die Zeit zu nehmen, herauszufinden, was euer Weg im Leben und im Beruf ist“. Bei den Domspatzen haben sie neben der schulischen Ausbildung „das nötige Handwerkszeug für ein gelingendes, eigenverantwortliches Leben erworben.“ Die Eltern seien stolz auf ihre Söhne und würden ihnen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. 

Ausgezeichnete Schüler
Zur jährlichen Abiturfeier gehört auch die Auszeichnung besonders erfolgreicher Abiturienten, die in einigen Fachgebieten aus der insgesamt recht erfolgreichen Absolvia 2019 herausragen. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft verlieh einen Buchpreis und eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft an Gabriel Probst und eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft an Raphael Weigert und Michael Weinfurtner. Letztgenannter erhielt außerdem für seine herausragende Seminararbeit einen Anerkennungspreis der Linde AG. Den Preis der Deutschen Mathematischen Vereinigung für die beste Leistung im Abitur 2019 verbunden mit einer einjährigen Mitgliedschaft und einem Buchpreis erhielt in diesem Jahr der Abiturient Gabriel Probst. Er bekam auch den REWAG-Preis für die beste Seminararbeit. Stipendien von e-fellows.net gab es in diesem Jahr gleich für fünf Abiturienten: Jakob Reisinger, Gabriel Probst, Raphael Weigert, Vincent Tischler und Christoph Baumann. Dieses Stipendium umfasst einen kostenfreien Internetzugang, Gratis-Recherche in über 3000 Datenbanken, kostenlose Jahresabos besonderer Zeitschriften, Mentoren aus der Wirtschaft und exklusive Praktika. Die Ehrennadel des Altphilologenverbandes für die beste Leistung im Fach Latein bekam Christoph Preiß. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften der Herz-Stiftung, verbunden mit einem Buchgeschenk ging an Raphael Weigert.

Fester Bestandteil der Abiturfeier ist die Vergabe des gut dotierten „Kai-Uwe-von-Hassel-Preises“, in diesem Jahr bereits zum 18. Mal verliehen. Er ging an Jakob Reisinger. Den Förderpreis der Kai-Uwe-von Hassel-Stiftung erhielt Gabriel Probst, den erstmals ausgelobten Sonderpreis Korbinian Eder. Alle drei Schüler zeichneten sich durch ein besonders hohes Engagement für die Schul- und Chorgemeinschaft aus.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Bläserensemble (Einstudierung: Dominik Glöbl), der Big Band des Gymnasiums unter der Leitung von Christof Weighart und durch Beiträge der Abiturienten Christoph Preis (Orgel) und Gabriel Probst (Klavier). Die Feier klang aus mit der Motette „Denn er hat seinen Engeln“, gesungen vom Ersten Chor unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner.

Bestnoten
Insgesamt 33 Domspatzen erhielten am Freitag, 28. Juni das Abitur-Zeugnis. Zu den Besten mit Traumnoten gehören: Christoph Preiß, Gabriel Probst, Valentin Seewann und Jakob Reisinger. Das neu ausgestattete Gymnasium der Regensburger Domspatzen bietet einen musischen und einen naturwissenschaftlich-technologischen Zweig. Eine professionell geführte Ganztagesbetreuung ist seit vielen Jahren selbstverständlich. Zum Campus der Domspatzen gehören außerdem ein Internat und eine Grundschule.

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