Kaffkalender - Das Hausaufgabenheft der Domspatzen

Der KaffKalender – eine Erfolgsgeschichte.

Sorry, nochmal langsam: Der Kafka-bitte-was?!

Nein, damit ist nicht der altehrwürdige Literat Franz Kafka gemeint, sondern der triviale Begriff „Kaff“. Der wiederum bezeichnet im Slang eines Domspatzen ganz einfach den Gebäudekomplex aus Schule, Chor und Internat und irgendwie auch die Institution als solche. Aber warum wir unser „Kaff“ heute auf liebevolle Weise so nennen, weiß man leider nicht; zu alt ist der Begriff bereits.

Aber zurück zum Anfang: Der KaffKalender ist eine Art Hausaufgabenheft für alle Domspatzen – ja mehr noch, er ist eigentlich schon fast ein „Lebens- und Alltagsbegleiter auf Zeit“: Schließlich erscheint dieser zuverlässig jedes Jahr aufs Neue und zeigt sowohl den Nesthäkchen in der fünften Klasse als auch den erfahrenen Großen in der Oberstufe die aktuellen Chor- und Schultermine an sowie die besonderen Ferienzeiten und allen voran die schulfreien Samstage. Und damit es nicht langweilig wird, packt die Redaktion zahlreiche andere, teilweise gar schulfremde Dinge mit in den Kalenderteil: Von Rätseln über Bilder (natürlich findet sich fast jeder Schüler mal irgendwo), Wissenswertem aus aller Welt bis hin zu Themen- und Sprachwochen, in denen man ganz nebenher ein paar Worte Vietnamesisch lernt oder etwas über die französische Küche erfährt. Einfach so. Neben dem Unterricht (nicht im Unterricht!).

Doch was treibt einen überhaupt dazu an, so einen KaffKalender zu publizieren? Naja, zuerst einmal stellt sich die Frage, wer so etwas überhaupt macht. Nein, das erledigt nämlich nicht die PR-Abteilung eines renommierten Knabenchors und auch nicht irgendeine x-beliebige Werbeagentur. Denn den KaffKalender erarbeiten einige Schüler komplett selbst – naja fast zumindest, Unterstützung von offizieller Seite erhalten sie von den Lehrern Frau Maria Ginglseder und KaffKalender-Urgestein Herrn Christian Kreikle (danke übrigens dafür!). Herr Kreikle war es, der dieses Projekt vor über sieben Jahren ins Leben gerufen hat und seitdem ist jährlich – okay, ein einziges Jahr zwischendurch mal nicht - eine Neuauflage erschienen.
Die Frage „Warum macht man sowas“ stellt sich im Grunde nicht mehr, wenn man bedenkt, dass dieser Jahresplaner einerseits schon irgendwie „Tradition“ ist und allen voran weiß man als Schüler des Domspatzengymnasiums diese einzigartige Institution einfach zu schätzen. Ob man es „Passion“ nennen will oder nicht, aber rein pragmatisch gesehen ist ein „Ottonormalschüler-Hausaufgabenheft“ für einen Domspatzen schlicht und ergreifend nicht erschöpfend - und da bietet sich der maßgeschneiderte KaffKalender nun mal an.

Wenn man sich die Evolution von der ersten Ausgabe bis zur heutigen ansieht, mag man gar nicht glauben, wie schnell sich so etwas zu entwickeln vermag. Vom Schwarz-Weiß-Geheft mit Ringbuchlochung hin zu einem komplett farbigen und mit mehr als 100 Bildern sowie unzähligen Details ausgestalteten Offsetdruckerzeugnis – das Ergebnis kann sich (mittlerweile) tatsächlich sehen lassen! Doch machen Sie sich nun Ihr eigenes Bild davon: Demnächst ist die „KaffKalender-Galerie“ online, die auch Ihnen dieses Domspatzen-Hausaufgabenheft näherbringen wird, das im Optimalfall natürlich zweifelsfrei mit zig Hausaufgaben vollgekritzelt ist.

Jonas Strasser (Q12)

Der Domspatzen-Lipdub in voller Länge

Der Domspatzen-Lipdub...

Das Finale beim Lipdub

...oder: wenn Domspatzen  nur so tun, als würden sie singen

„Lipdub? Nie gehört! Was soll denn das sein?“ Das war die übliche Reaktion  von Schülern, Lehrern und Eltern, als diese wir von unserem Vorhaben erzählten.

Tatsächlich ist es nicht ganz leicht zu erklären, worum es bei einem Lipdub geht. Man müsste halt mal einen gesehen haben – dann erübrigte sich jegliche Erklärung. Da wir beim aktuellen Stand der Technik keine Filme in einen gedruckten Jahresbericht einbetten können, soll es hier dennoch versucht werden: Ein Lipdub (auch LipDub oder Lip dub) ist eine spezielle Form eines Musikvideos. Der Begriff bedeutet sinngemäß Lippen-Synchronisierung (englisch lip dubbing). Charakteristisch für ein Lipdub sind zwei Dinge. Zum einen bewegen Darsteller ihre Lippen passend zum Text des Musikstücks, so als würden sie den Text selbst singen (vgl. Playback) – daher auch der Name. Zum anderen handelt es sich bei einem Lipdub um eine Plansequenz, also ein Video, das in einem einzigen Durchlauf ohne einen Schnitt aufgenommen wird.

Etwa zwanzig Domspatzen von der siebten bis zur elften Klasse waren von der Projektidee schnell begeistert.

 Angeführt wurde der bunte Haufen von Frau Sabine Singer und Christian Kreikle, als Kameramann bot sich Dominic von Vlahovits aus der Q11 an, der nach einem Filmseminar schon einige Erfahrungen mit der Kamera sammeln konnte. Die Suche nach dem zu unserem Haus passenden Lied war schnell beendet, auf einen Vorschlag von Herrn Grünbauer wurde der Song „Männer“ von Herbert Grönemeyer ausgewählt.

In ihrer knapp bemessenen Freizeit trafen sich die Lipdubber seit September durchschnittlich einmal in der Woche zur Probe (teilweise sogar in den Ferien). Bald wurde klar: bei dieser filmischen Kunstform darf man nichts, aber rein gar nichts, dem Zufall überlassen. Der Kamermann muss jeden Schwenk auf die zehntel Sekunde genau beherrschen, die Akteure vor der Kamera müssen ihre Lippen perfekt zum Lied bewegen, überhaupt müssen die sehr kurzen Auftritte perfekt getimt werden. Strophenweise studierten wir in etwa zwanzig Einzelproben das Projekt ein. Am 20.Dezember kamen dann alle Lipdubber zum großen Showdown zusammen, Herr Wahl befreite beteiligte Schüler und Lehrer sogar vom Unterricht.

Die Spannung war riesig, schließlich hatten wir nur ein paar Chancen diese Plansequenz in den Filmkasten zu bringen.

 Mehr als fünfzig Teilnehmer trafen sich um Punkt 8.00 Uhr im freundlicherweise von Frau Giehl zur Verfügung gestellten Chorsaal, um nochmals auf die wesentlichen Aspekte eingeschworen zu werden. Vor allem der Männerchor von Herrn Liebl hatte bisher ja nur separat geübt. Um neun Uhr hieß es dann zum ersten Mal: „Kamera läuft...Ton läuft“ und Kameramann Dominic von Vlahovits begab sich zusammen mit der „Tonträgerin“ Frau Singer zum ersten Mal durch das Schulhaus. Zu diesem Zeitpunkt hatten die anderen Akteure ihre Ausgangsposition im Haus bereits eingenommen und warteten auf ihren kurzen, aber wichtigen Einsatz - Natürlich ging bei diesem ersten Take noch Einiges schief. Erwartungsgemäß mussten weitere Takes genommen werden. Der  Ablaufplan sah vor, dass alle Beteiligten nach jeweils zwei Takes in den Chorsaal zurückkehrten, um die Ergebnisse zu sichten und Verbesserungsvorschläge zu machen. Nach dem vierten Take hatte man dann eine ordentliche Version im Kasten. Jedoch protestierten die mittlerweile heiß gelaufenen Teilnehmer lautstark, als das Ende der Dreharbeiten angekündigt wurde. „Wir können das alle noch ein bisschen besser!“ war also das Motto des definitiv letzten Durchgangs. Und so war es dann auch: die Spannung und Konzentration war beinahe greifbar und jeder Akteur setzte noch einen drauf (bis heute weiß zum Beispiel keiner so recht, wo die zusätzlichen Scheinwerfer ausgegraben wurden). Tosender Applaus dröhnte nach der Sichtung des letzten Takes durch den Chorsaal.

Wer aber geglaubt hatte, die Veröffentlichung lasse nun nur wenige Tage auf sich warten, erlebte eine herbe Enttäuschung. Zwar war Jonas Wenzel (10b) - wie geplant - nach den Weihnachtsferien mit der Nachbearbeitung des Materials fertig. In seinen kühnsten Träumen hätte sich jedoch niemand ausmalen können, was für eine Odyssee durch die Instanzen nun folgte, bis Herbert Grönemeyer der Veröffentlichung (am 12.Mai 2012) zustimmte.

Nun zauberte Herr Grünbauer aber noch ein besonderes Schmankerl aus dem Ärmel. Der ihm bekannte Regisseur Jan Bosse erklärte sich bereit, den Lipdub technisch zu perfektionieren und in einem Workshop zusammen mit Schülern ein Making-of zu erstellen. Verwendet wurde dafür sowohl  Filmmaterial aus den ersten Proben als auch solches, das unser fast-schon-Filmprofi Max Rädlinger (Q12) während der Takes gedreht hatte und uns zur Verfügung gestellt hat.

Zu Redaktionsschluss stand noch nicht fest, wann beide Kurzfilme nun endgültig veröffentlicht werden. Es ist aber trotzdem klar: Der Lipdub hat wahnsinnig viel Spaß gemacht; die Schüler haben, als es darauf ankam, ihr Bestes gegeben. Auf das Ergebnis können wir alle sehr stolz sein. Fast noch wichtiger ist, dass das Projekt den Gemeinschaftsgeist im Kaff enorm gestärkt hat.

So...und wer jetzt auf diesen Link klickt, bekommt den Domspatzen-Lipdub vom Server der Mittelbqayerischen Zeitung in voller Länge serviert:

>Domspatzenlipdub

 Christian Kreikle und Sabine Singer

 

 

 

 

 

 

Das Making of des Domspatzen Lipdub

Der Domspatzen-Lipdub: Das Making of

Das Schülertheater der Domspatzen

Das Schülertheater der Domspatzen

Glaubt man aktuellen pädagogischen Ratgebern für Unterricht und Kultus, sollte eine Schule sich bemühen, der gesamten Schulfamilie eine einzigartige Heimat zu geben, in der das Lernen und Lehren Freude macht und dabei die ganzheitliche Erziehung im Mittelpunkt steht. Dabei kommt neben musikalischen und künstlerischen Angeboten dem Schulspiel wohl die besondere Aufgabe zu, diesem Auftrag gerecht zu werden; des weiteren gibt das Schülertheater heute vielen Gymnasien die Möglichkeit, das oft zitierte eigene „Schulprofil“ regelrecht zu produzieren. Wenn man nun in der bayerischen Schullandschaft nach Gymnasien, an denen ein solches Schulprofil bereits besteht, suchte, man würde bald auf das Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen stoßen: Einzigartig geprägt durch den weltberühmten Chor, aber auch von Anfang an darum bemüht, andere Begabungen der Schüler neben dem Singen zu fördern. Das Schulspiel spielte am Musikgymnasium immer schon eine grundlegende Rolle, wenn auch mit wechselnder Intensität. Das Sprechtheater der ersten beiden Jahrzehnte, in den Jahresberichten nur spärlich dokumentiert, ist geprägt vom Theaterspielen in den Klassen oder von kleineren Aufführungen in der Turnhalle. Theodor Poitsch hat dies besonders gefördert und es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Schülern das „Freispielen“ zu ermöglichen. Vielen Ehemaligen werden als Mitwirkenden und Zuschauern die Aufführungen von H.Sachs-Stücken wie „Der fahrende Schüler im Paradies“ oder verschiedene Puppentheater in guter Erinnerung sein. Ins Licht einer breiteren Öffentlichkeit (Regensburger Schülertheater im Thon-Dittmer-Hof) trat das Schülertheater am Musikgymnasium mit der Gründung einer Theatergruppe zu Beginn der Achtziger Jahre. Trotz der hohen chorischen Belastung war es eine Initiative von Schülern, die dies möglich machte. Unter der Leitung von Bernhard Hiller und dann Werner Kuchar wurden u.a. Stücke wie Gogols „Der Spieler“, Bethencourts „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ und Ustinovs „Die Liebe der vier Obersten“ inszeniert. Peter Wenk und Dietgard Nitz, heute aus dem Regensburger Theaterleben kaum mehr wegzudenken, verdienten sich dabei die ersten Lorbeeren. Nach einer kürzeren Durststrecke wurde das Sprechtheater wieder durch Schülerinitiative (F.Blasch) neu belebt. Unter Josef Poitsch mit Unterstützung durch Uwe Weigand und später Joachim Cistecky etablierte sich eine neue Theatergruppe, die seit 1995 wieder größere Werke auf die Bühne bringt und durch die Teilnahme an den Regensburger Tagen der Schülertheater und Gastspiele in Irlbach/Bayern auf sich aufmerksam gemacht hat. Seit 2007 leiten Sabine Singer und Christian Gröninger unser Schülertheater. Die spannenden  Inszenierungen bekannter Dramen wie "Romulus der Große" von Friedrich Dürrenmatt, "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal, "Ein Sommernachtstraum" von William Shakespeare oder witzige Eigenproduktionen wie "Deutschland sucht den Superhasen" machen den Akteuren auf der Bühne und dem Publikum großen Spaß.

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