Die Domspatzen im Wandel

Das große Verdienst Theobald Schrems' war letztlich die Erkenntnis, dass ein Fortbestehen des Domchores einer grundsätzlichen Neuerung bedurfte. Grundlegend war die Idee einer Institution, die den Kindern und Jugendlichen vom Eintritt in die Dompräbende in der 5. Klasse bis zum Austritt nach der Kollegstufe neben der hervorragenden musikalisch-gesanglichen auch eine fundierte humanistisch-gymnasiale Ausbildung und ein modernes Internat als Heimstätte bietet. Diese Gliederung in Chor, Schule und Internat ermöglichte nun eine Versorgung und Betreuung weit größerer Schülerzahlen als bisher üblich. Am 1. Februar 1964, als Georg Ratzinger im Alter von 40 Jahren das Amt des Domkapellmeisters und damit die Leitung der Institution übernahm, zählte die Domspatzenschar schon 270 Schüler, von denen 217 das Internat besuchten. Entsprechend wuchs nun auch die Bedeutung der pädagogischen Betreuung, da nur ein attraktives und konkurrenzfähiges Internat die Betreuung und Versorgung einer so großen Schülerzahl gewährleisten und auf Dauer garantieren konnte.

Diese Aufgabe übernahm in den 50er Jahren Internatsdirektor Friedrich Z. Später übernahm bis 1970 Siegfrid Lintl dieses Amt. Ihm folgten Hubertus Schöner (bis 1971), Franz Xaver Kolbeck (1971 - 1975) und Dr. Herbert Winterholler (1975 - 1996) als Direktoren des Internates. Georg Ratzinger setzte in den 30 Jahren seines Wirkens die Tradition fort und führte ebenso erfolgreich wie sein Vorgänger den Domchor der Regensburger Domspatzen zu weiteren äußerst bedeutenden musikalischen Erfolgen. Auch im Internat war dies spürbar. So stieg die Schülerzahl in den 70-er Jahren auf bis zu 450 Jungen an. Wieder wurde eine bauliche Erweiterung ersonnen. 1978 wurde der neue Bautrakt mit nun hauseigenem Hallenbad fertiggestellt. Seitdem sind auch die Erfolge der Regensburger Domspatzen bei Schwimmsportveranstaltungen beachtlich. Das pädagogische Personal arbeitete kontinuierlich daran, den Kindern und Jugendlichen eine altersgemäße charakterliche Förderung, einen jugendgemäßen sozialen Lebens- und Lernbereich und eine zeitgemäße religiöse Erziehung bieten zu können. Hier wird deutlich, dass Internatserziehung und deren Rahmenbedingungen schon immer unter den Zeichen der jeweiligen Zeit standen. So kamen bis in die 80-er Jahre auf ein Internatszimmer 8 Schüler, das grösste Zimmer mussten sich gar 13 Sechstklässler teilen. Alle Sanitärräume der Unter- und zum Teil der Mittelstufe waren Gemeinschaftsräume, die Rückzugsmöglichkeiten und die Privatsphäre waren begrenzt. Um nochmals Platz zu schaffen wurde 1997, Georg Ratzinger war nach 30 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand getreten, unter seinem Nachfolger Domkapellmeister Roland Büchner und dem Internatsdirektor Matthias Effhauser der sogenannte "Rundbau" als neuer Anbau der Dompräbende eingeweiht. Im Jahr 2000/01 erfolgte die Generalsanierung der nun schon fast 50 Jahre alten Dompräbende. Nachfolger von Matthias Effhauser wurde im September 2001 der derzeitige Internatsdirektor Rainer Schinko. Er weitete den Personalstamm noch einmal merklich und plante die Generalsanierung der sich über dem Schulgebäude befindlichen Internatsräume der Mittelstufe, welche 2007 abgeschloßen wurde (Bilder der Umbauphase, des Neubaus und Bilder von der Einweihung). Die räumlichen sowie die personellen Verbesserungen finden hier deshalb so genaue Erwähnung, weil nur durch sie eine inhaltlich auf die heutige Zeit abgestimmte moderne Erziehung stattfinden kann. Denn nur durch zeitgemäßes und doch in der Tradition verhaftetes Handeln wird diese Institution die weiteren Jahrhunderte überdauern. Anm. d. Verf.: Ein historischer Abriss über die Geschichte der Regensburger Domspatzen, hier mit Schwerpunkt Dompräbende und Internat, kann und wird wohl nie vollständig sein. So bitte ich den kundigen Leser um Nachsicht, dass manches sowie mancher vielleicht der Erwähnung zuviel oder zuwenig gefunden hat.

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