Auch in der modernen digitalen Medienwelt lauern Gefahren

Montag, 06. April 2015, 14.22 Uhr Polizeihauptkommissar Riezler informiert in einem spannenden Vortrag über Whatsapp, Cybermobbing und die Folgen von Urheberrechtsverletzungen

„Wer Whatsapp nicht hat, ist raus!“ Solche oder ähnliche Äußerungen bekommt man immer wieder zu hören, wenn es um die Frage geht, welche Bedeutung dieser „kostenlose Kurzmitteilungsdienst“ für unsere Schüler hat. In Whatsapp-Gruppen wird gechattet, als gäbe es kein morgen. Durchschnittlich 30 Kurzmitteilungen täglich überstellen Teenager heute allein auf diesem Weg an einen oder gleichzeitig mehrere Empfänger. Das dürfte  bei den Domspatzen nicht anders sein. Die Möglichkeiten zur Kommunikation sind dank Whatsapp und Facebook aber auch schier grenzenlos. Und dann kostet das Ganze noch nicht einmal einen Cent! Das könnte man zumindest meinen, wenn man – wie 99,9% der Nutzer – die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht gelesen hat.
Um mit diesem etwas blauäugigen Vorurteil aufzuräumen, hat der Mittelstufenbetreuer Herr Kreikle Kriminalhauptkommissar Riezler als Referenten eingeladen, der in seinem eineinhalbstündigen Vortrag alle Schüler der siebten und achten Jahrgangsstufen über die Risiken in der modernen Medienwelt mit viel Witz und einer gewissen Dramatik informierte.
Er konnte zu Beginn des Vortrags feststellen, dass nahezu jeder Schüler der siebten und achten Klassen stolzer Besitzer eines Smartphones (meist mit Whatsapp-App) ist. Dann provozierte er mit  der Frage, warum wohl Bill Gates, Gründer der Firma Microsoft, seinen halbwüchsigen Kindern die Nutzung von Smartphones verboten habe. Kopfschütteln und Ahnungslosigkeit zu Beginn der Doppelstunde wichen einem gewissen Verständnis für die Strenge Bill Gates‘ am Ende des kurzweiligen Referats.
Die Gründe, die Riezler nennt, sind nämlich gut nachvollziehbar. Umsonst sei Whatsapp keineswegs, auch wenn die Nutzung bei geschickter Handhabung weder Euro noch Cent kostet. Die Währung, mit der wir bezahlten, das seien die teils sehr privaten Informationen über uns und unsere Gewohnheiten, die wir allzu bereitwillig oder unwissentlich preisgeben. Den meisten von uns sei es  nicht bewusst, welch umfangreichen Zugriff sie beispielsweise Whatsapp auf unsere gespeicherten Daten und die Funktionen unseres Smartphone zugestehen. Insgesamt – so der Kommissar - seien es 36 Berechtigungen, die Whatsapp bei der Installation einfordert und von uns selbstverständlich auch bekommt. Dazu gehörten Zugriffsrechte auf den Speicher und das Recht die Kamera aus- und einzuschalten. Damit könnte diese App als eine Art  Wanze eingesetzt werden. Ob Facebook von allen diesen Rechten Gebrauch macht, konnte der Polizist nicht mit Gewissheit sagen. Sicher aber ist seiner Ansicht nach, dass sich der immense Wert des Unternehmens Facebook/Whatsapp nur damit erklären lässt, dass diese ganz nebenbei von uns eine Unmenge von Daten einsaugen, die sie der Werbewirtschaft für gutes Geld verkaufen können.


In der modernen medialen Welt lauern aber noch viele andere Gefahren, über die Herr Riezler im zweiten Teil seines Vortrags informierte:
Dazu gehörten das sogenannte Cybermobbing, eine besonders fiese und feige Form des Schikanierens von Mitmenschen. Sein Appell an alle, die Opfer solcher Mobbing-Attacken werden: vertraut Euch den Eltern, einem Lehrer oder einem Erzieher an. Wenn es nicht mehr anders geht, müsse Cybermobbing zur Anzeige gebracht werden. So könnten die Täter ausfindig gemacht werden. Oft seien die Straftatbestände der Beleidigung, der Üblen Nachrede oder der Verleumdung erfüllt, sodass den Tätern empfindliche Strafen drohen.
Strafbar machten sich auch viele, die eigentlich niemandem schaden wollen – und es dennoch tun. Nämlich dann, wenn sie sich urheberrechtlich geschütztes Material auf den PC laden. Egal ob Spiele, Musik, Filme oder ganze Bücher. Riezler weiß, dass beinahe jeder Schüler schon mal etwas illegal aus dem Netz heruntergeladen hat: aus Bequemlichkeit, weil es  nichts kostet oder weil vermeintlich keiner was davon mitbekommt. Schnell wird den Jungen klar: wer geschütztes Material runterlädt oder in sogenannten Tauschbörsen geschütztes Material zur Verfügung stellt (upload), riskiert sehr hohe Schadenersatzforderungen der geschädigten Urheber oder Inhaber von verwandten Schutzrechten. Der erfahrene Polizist konnte bei diesem Thema mit Beispielen aufwarten, die einem den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Anonym könne jedenfalls heute keiner mehr was Geschütztes herunterladen.
Trotz des an sich ernsten Themas waren die beiden Unterrichtsstunden mit Herrn Riezler kurzweilig, unterhaltsam und natürlich auch sehr informativ. So mancher Schüler (und auch der ein oder andere Lehrer) wird seine Gewohnheiten in der digitalen Welt wohl nach diesem Vortrag überdenken und im besten Fall ändern. Herr Riezler gab jedenfalls mit seiner Unterrichtsstunde einige Impulse für Verhaltensänderungen.
Da kann man auch darüber wegsehen, dass Bill Gates seinen Kindern einst nur die Nutzung von Apple Produkten verboten hat. Microsoft-Geräte waren bei den Gates‘ daheim hingegen noch nie nicht tabu. Wäre aber auch zu schön gewesen…

Christian Kreikle

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