Berlin-Fahrt 2015

Mittwoch, 17. Juni 2015, 23.02 Uhr

Regensburg, Montag 16. März 2015, 5:45 Uhr. Mit müden Gesichtern und verschlafenen Blicken, was allerdings nicht an der bevorstehenden Reise an sich, sondern lediglich an der doch sehr frühen Uhrzeit lag, traten wir 50 Schüler der 10. Jahrgangsstufe unsere viertägige Studienfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin an.
Auf ging es quer durch die Bundesrepublik hin zu der sowohl politisch, als auch gesellschaftlich vielseitigen Hauptstadt Deutschlands. Nach einer langen aber kurzweiligen 6-stündigen Fahrt, erreichten wir über die ehemalige Avus-Rennstrecke und den Grenzstreifen, der einst Deutschland in zwei Hälften teilte, unser Quartier, welches im ruhigen Villenviertel Berlin-Grunewald liegt.
Doch für verschnaufen war nicht lange Zeit, denn schon bald ging es zu unserem ersten Anlaufpunkt: dem Bundesministerium für Verteidigung. Nach einem, wohl der Datenflut zu verdankenden, leicht ermüdenden Vortrag über die Aufgaben des Verteidigungsministeriums kam das lang ersehnte Ende, welches mit Kaffee und McDonald's Gutscheinen belohnt wurde. Doch schon bald war, auch wahrscheinlich dem koffeinhaltigen Getränk zu verdanken, jede Müdigkeit verflogen und wir wurden das erste Mal auf die riesige Metropole mit ihren unendlich vielen neuen Sinneseindrücken "losgelassen". Dabei taten wir vor allem das, was Kaffler wohl am besten können: Shoppen und Essen. Doch auch die zahlreichen Attraktionen wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Brandenburger Tor oder die Prunkstraße "Unter den Linden" luden zu einer Besichtigung ein. Beendet wurde der erste Tag unserer Reise mit einem Besuch im typisch-berlinerischen Theater "Die Stachelschweine", bei der ein Gastspiel mit teils äußerst niveaulosen Witzen, die mal zum Fremdschämen, mal zum herzhaft Lachen anregten, zum Besten gegeben wurde.
Gleich am nächsten Tag ging es zum ehemaligen Gefängnis der Staatssicherheit, kurz STASI, Hohenschönhausen. Hier trafen wir Zeitzeugen, die zu dieser Zeit selbst dort inhaftiert waren, und erfuhren mit welch grausamen Methoden der Folter, Demütigungen und Drohung der Unrechtsstaat DDR seinen Willen und seine Ideale in der Bevölkerung ohne jede Rücksicht durchsetzte.
Nach dieser eindrucksvollen Führung ging es nach einem kurzen Stadtaufenthalt mit Mittagessen, den die meisten, dank der erhaltenen Gutscheine, bei McDonald's verbrachten, weiter in den Bundesrat, also dem Staatsorgan, durch welches die Länderregierungen auf die Entscheidungen des Bundestags einwirken können. Hier bekamen wir eine Führung durch die Räumlichkeiten, welche noch aus den Zeiten Kaiser Wilhelms stammen und somit architektonisch einiges hergeben.
Dann durften wir aber auch wirklich selbst in das politische Geschehen eingreifen, indem wir in einem Rollenspiel die Plätze der Bundesrat-Mitglieder einnahmen und über die, derzeit stark in der Presse diskutierten, Legalisierung von Cannabis debattierten. Nach zahlreichen Anträgen und Reden, hauptsächlich für die Einführung unter Einschränkungen, brachte der "Stellvertreter" der Bayerischen Delegation tatsächlich so viele Mitglieder des Bundesrats auf seine Seite, dass zum Erstaunen sowohl der anwesenden Angestellten des Hauses, als auch unserer Lehrkräfte, die Legalisierung mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Somit war zwar die ganze Arbeit der Mitschreiber und Redner umsonst, aber das macht das politische Geschehen ja erst so spannend. Noch am selben Tag besuchten wir das Bundeskanzleramt, wo wir unsere sängerischen Qualitäten gleich zu Anfang, im Eingangsbereich ,mit fantastischer Akustik und höchst abstrakter Kunst, unter Beweis stellen durften. Nach verhaltenem Applaus, der als einzigen, neben den Führern, anwesenden Security-Leuten, machten wir uns auf einen Rundgang durch "Muttis" Arbeitsplatz, bei dem wir sowohl Konferenzsäle, von denen aus die Bundesrepublik gelenkt wird, als auch die wundervolle Aussicht und Innenarchitektur in dem tatsächlich 8(!)-mal so großen Gebäude wie das Weiße Haus, genießen konnten. Mit vielen neuen Eindrücken und Wissen kehrten wir erschöpft, aber glücklich in unsere Unterkunft zurück.
Es wurde Abend und es wurde morgen. Dritter Tag. Relativ früh, so gegen 9 Uhr schon, besichtigten wir den deutschen Bundestag. Nach historischem und politischem Fachwissen über den Reichstag und seine Geschichte trafen wir die in Regensburg heimische Abgeordnete Frau Dr. Freudenstein, die uns über die Aufgaben und den Tagesablauf in der politischen Zentrale Deutschlands berichtete und auch unsere persönlichen Fragen mit viel Hingabe beantwortete. Gleich darauf ging es hoch aufs Dach des 47 Meter hohen Gebäudes mit seiner berühmten, begehbaren Glaskuppel, von wo aus wir den fantastischen Ausblick bewundern konnten. Vor dem Mittagessen konnte dann auch der Chor der 10. Klasse seine Fähigkeiten erneut bei einem "Openair"-Kurzkonzert ,mit Blick über die Stadt, vorzeigen, bei dem unter anderem die Bayernhymne im Repertoire war. Nach einem Mittagessen im Paul-Löbe-Haus, zu dem wir freundlicherweise von Frau Dr. Freudenstein eingeladen wurden, ging es weiter zu einer interessanten und informativen Stadtrundfahrt quer durch Berlin, bei der wir nicht nur Olympiastadion, Rotes Rathaus, East Side Gallery, also die von Künstlern bemalten Reste der Mauer, als auch den angeblichen schönsten Platz Berlins, den Gendarmenmarkt, mit seinen Kirchen und Springbrunnen und einem riesigen Schokoladengeschäft besuchten, sondern lernten auch ein bisschen berlinerisch zu "quasseln". Der Abend wurde mit einem Abendessen, finanziert von der Konrad-Adenauer-Stiftung, beendet. Dabei diskutierten wir auch mit Mitarbeitern über das aktuelle politische Geschehen, als auch über die Arbeit in dieser Institution und deren Aufgaben.
Am vierten Tag ging es zum Schluss noch einmal durch Berlin, um Abschied von dieser ganz eigenen Stadt zu nehmen und ein letztes Mal die Geschäfte im KaDeWe unsicher zu machen, oder auch die Chance wahrzunehmen, dem Checkpoint Charlie einen Besuch abzustatten. Mit großer Wehmut mussten wir uns dann aber schon am Nachmittag zurück auf den Weg in die Heimat begeben, aber natürlich nicht, ohne einen kleinen Abstecher nach Schloss Sanssouci und seinen traumhaften Gärten zu versäumen, wobei auch das Wetter vorzüglich mitspielte.
Tief in der Nacht kamen wir wieder in heimischem Territorium an. Zwar mit einem weinenden Auge, dass die Fahrt schon so schnell vorübergegangen war, doch auch jeder Menge Freude, solche Ereignisse erlebt und so viele Erfahrungen gemacht haben zu können. Jeden wird diese Fahrt wohl ein Leben lang prägen und immer in glücklicher Erinnerung bleiben.
So bleibt nur, sich rückblickend bei den Menschen zu bedanken, die diese Fahrt zu dem gemacht haben, was sie war. Also unseren Lehrern Monika Forster und Jens Kiesel, die uns über diese 4 Tage so hervorragend in Wort und Tat begleitet haben. Sowie auch Frau Dr. Freudenstein, der Konrad-Adenauer-Stiftung, allen Berlinführern, die uns die schönsten Seiten der Stadt zeigten und selbstverständlich auch unserer Klasse selbst, die natürlich auch erheblich zum vollen Erfolg dieser Reise beigetragen hat. Das größte Dankeschön allerdings gilt unserem Reiseleiter Josef Poitsch, der durch seine Kontakte und auch seine ganz eigene Art diese komplette Tour erst möglich machte.


Jules Spreng (10a) Hendrik Schmitz (10b)

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