Zeitung in der Schule: Spürnasen in Aktion beim Zoll

Sonntag, 03. Mai 2015, 15.21 Uhr Drogenschmuggel oder Produktpiraterie: Der Zoll kämpft an vielen Fronten. Tierische Kollegen unterstützen die Beamten. Von der Klasse 8b des Gymnasiums der Regensburger Domspatzen (MZ online, 20. April 2015)

Nike-Turnschuhe sind heutzutage den meisten Menschen ein Begriff. Doch durch Produktpiraterie mit diesen oder ähnlichen Artikeln entsteht jährlich weltweit ein Schaden von ca. 280 Milliarden Euro. Die Bekämpfung von Produktpiraterie ist aber nur eine von vielen Aufgaben, die der Zoll wahrnimmt. Pressesprecher Michael Lochner vom Hauptzollamt Regensburg meint: „Es gibt sehr gute Fälschungen, die sich kaum vom Original unterscheiden.“
Der Zoll hat aber noch viele weitere Aufgaben: Er bekämpft die Schwarzarbeit, überprüft die Im- und Export-Firmen, erhebt Abgaben wie z.B. die Strom- oder die Mineralölsteuer und geht gegen die organisierte Kriminalität und den Schmuggel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten vor.
Eine der wichtigsten Aufgaben besteht derzeit darin, den Drogenschmuggel über die Ländergrenzen aufzudecken. Eine der schlimmsten Drogen ist Crystal (Meth und Speed), wovor auch Michael Lochner eindringlich warnt. Er nennt dazu einige Beispiele, die zeigen, welche große gesundheitlichen Gefahren der Drogenkonsum mit sich bringt. Lochner betont, dass ein Drogenfund zuerst eingelagert und dann vernichtet wird.
Schäferhunde sind „Alleskönner“
Ein weiterer Aufgabenbereich des Zolls ist das Überwachen der Post. Pakete, die nicht aus der Europäischen Union kommen, werden alle auf ihren Inhalt überprüft. Sendungen aus der EU werden nur stichprobenartig geöffnet. Vor allem Medikamente werden strengstens überwacht, da sich der Zoll auch um die Gesundheit der Bevölkerung kümmert. Auch Lieferungen wie z.B. Lebensmittel werden aus dem Verkehr gezogen.
Die Domspatzen besuchten das Hauptzollamt Regensburg. Dort erfuhren sie viel über den Einsatz von Sürhunden. Foto: Klasse 8b
Diese vielseitigen Aufgaben machen die Tätigkeit beim Zoll attraktiv. Es gibt zwei Möglichkeiten zum Zoll zu kommen: Entweder man hat die mittlere Reife und bewirbt sich für den mittleren Dienst oder man hat das Abitur und bewirbt sich für das duale Studium (gehobener Dienst). Lochner wirbt für die Ausbildung: „Die Ausbildung und das Studium beim Zoll sind interessant und abwechslungsreich. Man lernt alle Aufgabenbereiche der Zollverwaltung kennen.“
Der Bezirk des Hauptzollamtes Regensburg erstreckt sich über Teile von Oberfranken, die gesamte Oberpfalz und Teile von Niederbayern. In diesem Bezirk befinden sich sieben Zollämter. Der Zoll ist eine Einrichtung des Bundes und nicht, wie viele denken, ein Teilbereich der Polizei. Damit Kontrollen effizienter werden, setzt der Zoll Spürhunde ein. Originalton Lochner: „Die Spürnasen der Hunde sind so gut, dass sie in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich von moderner Technik nicht übertroffen werden können.“ Die Spürhunde werden vor allem bei Personen- und Fahrzeugkontrollen eingesetzt.
Schäferhunde wie „Branco“ und „Jacky“ sind als Diensthunde echte „Alleskönner“. Foto: Klasse 8b
Die am meisten eingesetzte Hunderasse ist der Deutsche Schäferhund, der wegen seiner Klugheit, seines gut ausgeprägten Spieltriebs und seines Körperbaus ein absoluter „Alleskönner“ ist. „Branco“ und „Jacky“, zwei dieser „Alleskönner“, zeigen, wie sie sich bei der Flucht eines mutmaßlichen Verbrechers verhalten und wie sie ein Auto kontrollieren. Es stellen sich sieben Leute (eine Person hat Crystal in der Tasche) in einer Reihe auf und „Branco“ sucht diese ab. Er schlägt bei der Person an, die das Drogenpäckchen in der Tasche hat. „Jacky“ stellt einen flüchtigen „Schmuggler“, der angesichts der Drohgebärden des Hundes wie angewurzelt stehen bleibt.
Eine „Karriere“ als Zollhund
Die Hunde sind für verschiedenste Dienstbereiche ausgebildet, zum Beispiel als Schutzhund oder Drogenspürhund. „Es gibt sogar einen Hund, der Bargeld riechen kann“, sagt einer der Hundeführer. Aber der Hund ist nicht nur ein Diensthund, sondern geht nach getaner Arbeit mit dem Zollbeamten nach Hause. Er ist also auch ein „Familienhund“. Die „Karriere“ eines Zollhundes beginnt mit etwa ein bis zwei Jahren, wenn er vom Zoll angekauft wird. Nachdem er mit seinem „Herrchen“ lange geschult wurde und die Prüfung bestanden hat, wird er erstmals als „richtiger“ Zollhund eingesetzt. Bis zum vierzehnten Lebensjahr kann ein derartig ausgebildeter Hund eingesetzt werden. Danach geht er in „Rente“ und bleibt bei seinem zweibeinigen Kollegen bis zum Ende seines Hundelebens.
Schlusssatz des Hundeführers: „Sie müssen schon etwas im Hirn haben, denn Hunde ohne Hirn können wir nicht gebrauchen.“
Fast ein Beamtenstatus also für „Jacky“ und ihre Kollegen, wie auch für fast alle Beschäftigten im Hauptzollamt. Aber einen gravierenden Unterschied zu allen Vorurteilen Beamten gegenüber gibt es: Sie kennen keine Langeweile im Amt.

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