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Und wenn die Welt voll Teufel wär'
(Bütten-)Rede des Präfekten Alfred Kleber zur Firmvorbereitung

Helau, Grüß Gott und guten Tag!
Ich weiß schon, dass mich keiner mag,
mich keiner hier und heut erwartet,
denn unsereins gilt als entartet.
Bekanntlich meid’ ich helles Licht,
auch mag ich diesen Rummel nicht,
ich zieh’ es vor im Allgemeinen,
eher heimlich zu erscheinen,
wenngleich ich manchem, - wie ich meine -
wohl eher unheimlich erscheine.
Wie nannte mich doch Goethe schon:
„des Chaos wunderlichen Sohn“.
Nun hält man mich für ganz verdorben,
für andre bin ich längst gestorben;
ein Popanz noch, ein Firlefanz,
ein Kinderschreck mit Horn und Schwanz.
Deshalb nicht ernst ich werd’ genommen;
da seh’ ich meine Chance kommen!
Denn Totgesagte leben länger,
auch wenn mein Lebensraum wird enger.
Der deutsche Papst, es ist ein Graus,
seither schau’ ich noch älter aus!
Wo bitte, - sag’ mir irgendwer -
nimmt der Mann bloß den Glauben her
und die Brillanz! Schon seinerzeit,
gepaart mit deutscher Gründlichkeit,
in Regensburg als er noch lehrte:
auch ich ihn damals sehr verehrte!
Jetzt macht er mir das Leben schwer:
der gute Joseph Ratzinger!

O, sagt mir bloß, was soll ich machen?
Mir ist nun wirklich nicht zum Lachen!
Ihr starrt mich an, ihr seid entsetzt,
hat euch mein Äußeres verletzt?
Doch steht nicht bei St. Jakob schon:
„Wer auf das Äuß’re der Person
nur schaut, der sündigt schwer“!
Doch sündigen, das freut mich sehr!
Hier steh’ ich nun als Teufel heute,
für euch ein Schock wohl, mir 'ne Freude,
um all euch traurigen Gestalten
den Spiegel vor’s Gesicht zu halten.
Normalerweise fang ich Seelen,
um in der Hölle sie zu quälen;
doch damit will ich euch heut’ schonen:
muss ja mein Image nicht betonen!
So bin ich diesmal zahm und leise, befinde mich auf „Predigtreise!“

Als Thema hab’ ich mir gewählt:
„Wie schlecht doch Gottes Werk, - die Welt!“
Da gibt’s wahrlich viel zu erzählen,
von Menschen, die einander quälen,
betrügen sich und schikanieren,
umbringen gar und massakrieren.
Was ist nur los, mit dieser Welt,
dass nichts mehr seinen Wert behält?
Man tut geschäftig, schafft umtriebig,
Gut’ und Böses wird beliebig!
Dies alles seh’ ich mit Genuss,
schließlich bin ich „Diabolus“!
Und was viel Freud’ mir macht zur Zeit:
es gibt so viel Gleichgültigkeit!
Die edlen Werte liegen brach,
wer richtet sich denn noch danach?
Es heißt ja nicht von ungefähr:
die Menschen glauben heut’ nichts mehr!
Was dieser Welt fehlt sind die alten
urwüchsig kernigen Gestalten,
die früher man Propheten nannte,
in denen Gott noch selber „brannte“
und deren Glauben fest und tief
mich ach so oft verzweifeln ließ.
Wie ein Elija ehedem,
der ungeschminkt und unbequem
dem Ahab, der nicht wusste wie
geschehen ihm, ins Antlitz schrie:
„Mein König, bös’ sind deine Taten
und gottlos du, - du Satansbraten!“
Wie einst, - vor fast 3000 Jahren
nicht mit Kritik und Drohung sparen
tat ein Jesaja, sondern schreiben:
„Wenn ihr nicht glaubt, ihr könnt nicht bleiben!“
Und schließlich noch ein Jeremia,
- am Tempeltore sitzend da -
massiv er zeterte und drohte,
als Judas Stamm einst ganz verrohte:
“Wenn Witwen, Waisen ihr nicht schützt,
euch dieser Tempel auch nichts nützt!“
Nun hier erkennt ihr schon gewiss,
wie „bibelfest“ der Teufel ist!
Euch mag erstaunen diese These:
ich täglich in der Bibel lese!
Für einen Teufel ungewöhnlich!
Mich manches stimmt darin versöhnlich:
Wo sonst werd’ ich so oft genannt,
als „feste Größe“ anerkannt!
Wie steht’ s mit Gottes Wort bei euch?
Mir scheint, es ist euch ziemlich gleich!

Nun bin ich ein Geschöpf der Nacht,
das Licht mir sehr zu schaffen macht.
Auch bin ich Gottes Gegenpol,
ich fühl’ mich nur im Dunkeln wohl.
So sehr ich scheue auch das Licht,
dass es sein muss, bestreit’ ich nicht!
Ich weiß sehr wohl, dass Lichtes Kraft
nur Wachsen und Gedeihen schafft.
Und Gott ist Licht, - ihr solltet sein
ein Abglanz von des Lichtes Schein!
Wie schafft ihr Christen es nur bloß,
so kraftlos, ja so beispiellos
dieses Licht doch zu verstecken,
statt weithin sichtbar hochzurecken?
Weil ihr so wenig zeigt das Licht,
drum ist - gottlob - noch Platz für mich!
Gab Gott euch nicht vor langer Frist
in Jesus Christ ein neues Licht?
Hat er in ihm nicht auch befreit
die böse Welt von Sünd’ und Leid?
Wenn ihr erlöster würdet schauen,
auch ich würde an Christus glauben!
Ihr Christen, -scheint mir, - seid schon tot,
weil ständig ihr des Herrn Gebot
vergesst, halbherzig seid und lau
und gleichgültig, wohin ich schau’.
Der Christenheit fehlt heut der Geist,
von dem es in der Bibel heißt:
„Am Pfingsttag kamen Feuerzungen“,
die tief ins Herz sind eingedrungen
der Jünger die der Herr aussandte
und die man dann „Apostel“ nannte.
Wo ist der Glaube, wo die Kraft,
dass Gott die Erde neu erschafft,
dass Gottes Geist die Welt verändert
und sich zum Bess’ren alles wendet?
Wo bleibt der Geist der Anfangszeugen,
die - nicht Not, noch Tod sie konnten beugen -
hinauszogen in alle Welt
und die des Herren Feld bestellt?
Denn dieser Acker ist jetzt leer,
auf diesen Feldern wächst nichts mehr,
nur Unkraut, das ich ausgestreut,
und wie man sieht, es gut gedeiht.
Wie unterdrückt, wie ausgelöscht
des Geistes Feuer hier und jetzt!

Wie angesteckt „vom Geist der Zeit“
sind viele Christenmenschen heut !
Sie vegetieren existenzlich,
doch Gottes Geist fehlt ihnen gänzlich!
Wie viele eurer „Taufscheinchristen“
die steh’n doch nur noch in den Listen,
die für die Steuer man gefertigt;
sie werden kirchlich dann beerdigt,
doch sind als Christen längst sie tot!
Nicht wichtig Gott des Herrn Gebot!
Man sieht, man riecht die Christenleichen,
zum Heulen ist’s zum Steinerweichen!
Die Christenheit, - so seh’ ich sie -
gleichgültig bis zur Apathie!
Wo bleibt der alte „Sauerteig“,
der diese Welt durchdringt noch heut’?
Wer hat den Sauerteig verdorben?
Ist schal „der Erde Salz“ geworden,
von dem euer Herr Jesus spricht?
Sind Christen nur noch drauf erpicht
Bequem ihr Leben einzurichten?
Hat man als Christ denn keine Pflichten?
Wer betet denn noch dreimal täglich,
wer geht noch sonn- und feiertäglich
und regelmäßig in die Messe?
Und wer hat denn noch Interesse
an Lebens- und an Glaubensfragen?
Von ewig unbeschwerten Tagen
träumt eure Spaßgesellschaft heute;
von „Fun“, von Gags, von seichter Freude.
Gott habt ihr nur, - ihr müsst gesteh’n -
als Lückenbüßer vorgeseh’n;
wenn ihr nicht mehr wisst aus noch ein,
dann soll er schnell zur Stelle sein!
Doch wer bei Not nur beten kann,
der macht aus Gott ’ nen Hampelmann!
Ihr solltet „kluge Jungfrau’n“ sein,
die ihre Lampen nicht allein,
sondern mit Öl gefüllt auch haben
den Krug! .- Wo sind die Geistesgaben,
die in der Taufe ihr empfangen?
Ich fürchte, dass ihr einst müsst bangen,
wenn kommt der Bräutigam, der Herr:
die Lampen aus und Flasche/Krüge leer.
Jesus nennt seine Jünger „Licht“:
„Irrlichter“ braucht er sicher nicht!
Wo habt ihr die „Talente“ bloß?
Vergraben in der Erde Schoß?
Weil ihr glaubt, dass - wie geistig blind -
sie dort gut aufgehoben sind.?
Der Herr, - fest harrend des Gewinns -
rechnet mit Zins und Zinseszins!
Das war ein bisschen Katechese:
recht deftig und mit viel Getöse!

Nun stellt bestimmt die Frage ihr,
was eigentlich der Teufel hier
zum Thema „Firmung“ hat zu sagen?
Ich stelle mich auch diesen Fragen!
Firmung heißt „Stärkung“, - gut und schön!
Seid ihr so schwach, könnt ihr nicht geh’n?
Ihr seht gut aus, seid wohlgenährt,
das kann’s nicht sein, was ihr begehrt!
Ihr braucht was and’res, was euch frommt:
die Kraft, die aus der Höhe kommt
Gott selber ist euch diese Kraft,
seht zu, dass ihr ihm Raum verschafft!
Denn es gilt die Verheißung fort,
dass nur mit seinem Geist und Wort
die Welt wird einmal er vollenden,
sich alles wird zum Guten wenden.
Und so geseh'n, da habt ihr recht,
Steh’n meine Zukunftschancen schlecht.
Denn allzu schwach ist meine Kraft,
die Böses zwar will, doch Gutes schafft.
Als Teufel ging bislang mein Streben:
die Welt aus ihren Angeln heben!
Doch letztendlich, zum guten Schluss,
ich doch dem Herrgott dienen muss!

Dennoch die Unruhe, die trieb mich um,
ich suchte was, wußt’ nicht warum
Ich wollte wissen, was die Welt
Im Innersten zusammenhält.
Ich traf „den Geist“, der am Beginn
über der Urflut Wassern hing
und über dieser Erde schwebte
und mit „Es werde...“ sie belebte.
Der Geist, der euch ins Dasein rief,
aus Mutters Schoß, wo ihr ganz tief
als ein „Gedanke Gottes“ ruhtet
ohn euer Zutun, - unvermutet
des Lebens Odem habt empfangen,
und euer Licht dann aufgegangen.
Und dieser Geist, der euch belebt,
euch auch über das Tier erhebt,
er ist’s der Pflanzen wachsen lässt
und der den Vogel im Geäst
begeistert, - sein Loblied zu singen, -
der ihn erheben lässt die Schwingen
und - frei von aller Erdenschwere
hinaufsteigen in Äther’s Leere.

Der Geist, mit dem ihr unterscheidet:
das Gute tun sollt, Böses meidet.
Hätt’ ich bloß etwas von dem Geist,
wie hätt’ ich glücklich mich gepreist!
Mir nämlich fehlt’s an Geistesschärfe:
ich alles durcheinander werfe;
Nach Materiellem steht mein Sinn,
dem „Stoff“ ich zu verhaftet bin.
Nun liegt’s an dir, zeig’ dich als Christ
täglich, wes Geistes Kind du bist!
Schimpf’ nicht über die böse Zeit,
- die gab es immer, - sei bereit,
des Geistes Lohe zu beleben,
nach dem was „droben“ ist zu streben!
Der Weg ist Ziel, das Gott dir weist,
Führer dorthin: sein Heiliger Geist!
Drei Dinge ich dazu verrate,
sie stehen auf dem Weg euch Pate!
Das wichtigste der Glaube ist,
ohn’ den nicht leben kann ein Christ:
an Gott den Vater auf dem Thron,
an seinen eingebor’nen Sohn,
der nunmehr vor gut 2000 Jahren
zur Erde ist herabgefahren,
um sie von mir und allem Bösen,
von allen Übeln zu erlösen
Er wollte gründen „Gottes Reich“,
in dem die Menschen alle gleich,
ob Mann, ob Weib, ob.Greis, ob Kind
alle seine Geschwister sind.
Als damals ich davon erfuhr,
wie bog ich mich vor Lachen nur!
Doch als er zu den Menschen sandte
die Jünger, - sie zur Taufe mahnte, -
sein’ „Gute Nachricht“ ward bekannt,
da ahnte ich den Flächenbrand.
Obwohl ein „Softy“ er und mild,
hat man ihm übel mitgespielt.
Ich war dabei ja nicht unschuldig!
Wie trug sein Leiden er geduldig!
Er ward gekreuzigt, starb, war tot,
doch leider auferweckt von Gott!
Fuhr wieder heim in „Vaters Reich“,
von dorten sandte er sogleich
an Pfingsten diesen Heiligen Geist:
der Kirche er die Zukunft weist!
Auf Erden er versprach ihr noch,
dass niemals von der Hölle Joch
sie würde überwältigt werden.
Seither umsonst mich müh’ auf Erden!
Nichts nützt mein Anrennen und Tosen,
hab’ mir die Hörner abgestoßen!
Zu meinem Kummer und Verdruss
ich jetzt auch noch bekennen muss:
zum Teufel auch, es ist ein Hohn,
ich betet’ grad das „Credo“ schon!
Wie sagt’ ich vorhin ungefähr:
Die Menschen glauben heut’ nichts mehr!
Doch fürcht’ ich, wer nicht glaubt zum Schluss,
vielleicht erst recht dran glauben muss!
Wie anders Martin Luther spricht,
er sagt: „Wer glaubt, der zittert nicht“!
Wer glaubt, hat keine Ängste mehr
„und wenn die Welt voll Teufel wär!“

Als zweites ich die Hoffnung nenne!
In diesem Punkt ich gern bekenne:
Hoffnung ist Zukunft, - wie ich meine, -
doch nicht für mich, ich habe keine!
Ihr habt noch eine Zukunft hier,
ich habe sie schon hinter mir,
seit Jesus Christ durch seinen Tod
und seine Himmelfahrt zu Gott
dem Tod den Stachel hat gezogen,
sind meine Träume schnell verflogen.
Ich bin, - was nützt mein Redeschwall -
ein „ziemlich hoffnungsloser Fall!“
Ihr habt die Hoffnung, dass euch Gott
trotz Lebensangst und Todesnot
durch sein’ unendlich’ große Gnaden
zu seinem Hochzeitsmahl wird laden,
wo, - wie’s die Bibel schon erwähnt -
die Freude keine Grenzen kennt.
Nach Glaube, Hoffnung, wie ihr wisst
das größte doch die Liebe ist.
Nix, nix „amore“, blanke Busen,
nix seichte Schlagerchen und Schmusen!
Nix „Bravo“, „Playboy“, all der Kram,
der rumgezeigt wird, ohne Scham,
als Dutzendware angeboten!
In Fernseh’n, Kiosk nur noch Zoten!
Es kann nicht sein die wahre Liebe,
wenn angesprochen nied’re Triebe!
Wenn „Liebe“ billig und wohlfeil
und nicht nur der „Geiz ist geil!“
Dass echte Liebe heilig ist,
weiß eigentlich ein jeder Christ!
Wollt euer Wissen ihr erweitern,
lest bitte 1 Korinther 13!
Das Kreuz, der Anker und das Herz,
die drei, die führ’n euch himmelwärts!
So wird’s an euch in Zukunft liegen,
mit diesem Kapital zu siegen!
„Die Kirche“, sagt der Papst, „ist jung,
voll Kraft und voll Begeisterung!“
Auf euch vertraut Papst Benedikt,
die Jugend ihm am Herzen liegt.
So geht an’s Werk und nutzt die Zeit!
Es geht nicht mit Gemütlichkeit!
Schlaraffenland ist nicht das Ziel!
Entscheidend nur ist, was Gott will!
Der Weg nach unten ist bequem:
auch ich ging ihn, es war sehr schön!
Durchstreift’ die Welt als Lebemann,
mit Geld und Luxus angetan!
Fünf schöne Villen, eine Yacht:
Ich hatt’ es herrlich weit gebracht!
Ich lebte gut, war übersatt;
ich hatte mehr als jeder hat!
Mit schönen Frauen mich umgab:
von da an ging’s mit mir bergab!
Den Höllenabstieg ungehemmt
ihr an mir studieren könnt!
Ihr starrt mich an, drum warne ich,
sonst seht ihr bald so aus, wie ich!

Der Himmel ist von and’rer Art:
der Weg dorthin eng, steil und hart
und oftmals eine harte Nuss:
ihn man sich erst verdienen muss!
Drum gilt als Firmauftrag für euch:
„Macht euch dieser Welt nicht gleich!“
Sucht Gott in euren Lebenstagen
und Licht in diese Welt zu tragen
und dass sein Geist hier weiter weht,
damit sie nicht zum Teufel geht!
Ich hatte viel mir vorgenommen;
muss endlich zu ´nem Ende kommen!
Ich muss noch um Entschuld’gung bitten,
weil heut der Teufel mich geritten!
Der Teufel ist heut’ hier gewesen,
hat „die Leviten euch gelesen“;
der Papst hätt’ dies nicht besser können!
Ich darf ihn „Josef Ratzi“nennen!
Er nennt mich nur „das Lästermaul“,
auch sagt er, ich wär dumm und faul
und würde stinken hundsgemein
und frech wär’ ich noch obendrein.
Dabei find’ ich mich nicht so schlecht,
doch wo er recht hat, hat er recht!
In Abneigung, - zu meinem Gram -
ist er mir herzlich zugetan.
Ich will das Thema, meine Lieben
nun nicht noch weiter hier vertiefen!
Zwar hätt’ noch vieles ich zu sagen,
doch Schinko will mir an den Kragen!
Mein Zeitkonto ich „alter Knabe“
bei ihm längst überzogen habe!
Drum hör’ ich auf in Gottes Namen,
er segne und behüt euch! AMEN.