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Die Romfahrt der Ministranten 2007
Alle Jahre wieder fahren die Ministranten während der 1. Pfingstferienwoche auf Ministrantenausflug. Doch einen wie den diesjährigen hatte noch keiner miterlebt. Unser Ziel hieß die Hauptstadt Italiens: Rom, jene Stadt, in der die Geschichte tiefe Spuren hinterlassen hat.
Pünktlich um 18.44 Uhr standen 28 Schüler mit 5 Präfekten gespannt und voller Erwartungen am Bahngleis 9 des Regensburger Bahnhofs. Gegen die Zugfahrt nach München war nichts einzuwenden. Es verlief alles nach Plan und dadurch kamen wir ohne Probleme zu unserem Anschlusszug, der direkt nach Rom fuhr. Das Einsteigen in den Zug war genauso anstrengend wie das Kofferverladen. Auch das Schlafen bereitete uns sehr große Probleme, was bei dem Zustand des Zuges aber auch keine Überraschung war. Es war eben ein italienischer Zug mit einem nur italienisch sprechenden Zugbegleiter - Kommunikation fehlgeschlagen! So dauerte es ca. 10 Minuten bis wir endlich wussten, wie man auf der Toilette das Wasser zum Hände waschen anschalten konnte. Auch gegen die Fahrt bis zum Brenner war relativ wenig einzuwenden. Doch dann bescherte uns der Druck auf den Ohren vom ständigen bergab fahren, sowie das laute Quietschen und der grässliche Gestank der abgeriebenen Bremsscheiben doch eine etwas unruhige Nacht.
Doch auch diese Zugfahrt hatte irgendwann ein Ende: Pünktlich um 8.06 Uhr kamen wir dann endlich, müde, aber trotzdem aufgeregt, auf dem Bahnhof Roma Tiburtina an. Nach einem kleinen Frühstück und einer langen Fahrkartensuche umschwärmte uns wieder das Summen von Schienenfahrzeugen. Wir steckten zwischen tausend anderen Fahrgästen in der Metro und versuchten zu unserem Quartier zu gelangen. Unsere Unterkunft lag ca. 30 Kilometer (eine Metro-Fahrt von ca. 35 Minuten) außerhalb der Stadt, im Castel Fusano in Ostia. Castel Fusano ist ein Campingplatz, auf dem man sowohl zelten, als auch in Bungalows wohnen kann. Wir hatten in 4-er Gruppen Hütten angemietet, die sehr sauber und wohnlich waren. Auf dem Platz gab es sowohl einen Supermarkt, als auch einen Basar und viele Freizeitangebote, wie zum Beispiel beleuchtete Fußball- bzw. Tennisplätze und 2 Freibäder. Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt Roms. Da das Wetter entgegen den Erwartungen umgeschlagen hatte, entschieden wir uns für ein paar Kirchenbesuche. Wir besichtigten zuerst Sankt Paul vor den Mauern. Ob Kreuzgang, Türeingang oder Altar - alle waren beeindruckt. Anschließend besichtigten wir noch eine original ägyptische Pyramide, welche sich ein römischer Kaufmann als Grabdenkmal bauen ließ. Danach waren wir so kaputt, dass wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz machten, wo wir uns dann in der hauseigenen Pizzeria den Gaumenfreuden der italienischen Küche hingaben. Egal, ob eine riesengroße Pizza oder ein frisches Nudelgericht, es schmeckte einfach fabelhaft. Die erste Nacht in Italien war auf jeden Fall länger als die Nacht im Zug (den Schlaf betreffend!), auch wenn die Betten sehr weich waren und ungebetene Gäste uns in der Nacht aufweckten.
Der nächste Tag war aufregender als der vorherige. Das Frühstück war typisch italienisch, das heißt ein paar Scheiben Brot und dazu ein wenig Marmelade. Nur eines gab es natürlich wieder im Übermaß: Kaffee! Trotz Regen erwartete uns ein Tag voller Erlebnisse. Zuerst besuchten wir die Kirche Santa Maria Maggiore, welche mit ihrer echten Golddecke ein tolles Bild sowohl für das Auge als auch für den Fotoapparat bot. Danach besichtigten wir den Lateran, genauer Santo Giovanni di Laterano, der bekanntlich als Bischofskirche dient und dadurch eine der vier Hauptkirchen Roms ist. Nach einem original italienischem Mittagessen, das aus Tramezzini und etwas zu Trinken bestand, machten wir uns auf den Weg, um eines der schönsten und bekanntesten Bauwerke Roms zu sehen. Am Kolosseum, dem größten Schlachtfeld Roms, wurden wir von dessen Bauart und Größe fasziniert. Aber auch das Forum Romanum, das wir im Anschluss besichtigten, brachte uns immer wieder mit seinen gigantischen Bauwerken zum Erstaunen. Zum Abschluss des 2. Ferientages besuchten wir noch St. Clemente, eine Kirche mit drei Ebenen: in der untersten ein Mithrasheiligtum, darüber eine Kirche der frühen Christen Roms, darauf der heutige Bau. Nach dieser kleine Zeitreise machten wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz und beendeten unseren erlebnisreichen Tag mit, na klar, einer Pizza.
Am Mittwoch hieß es früh aufstehen, denn an diesem Tag sollte der Höhepunkt unserer Reise stattfinden: Papstaudienz am Petersplatz. Also schnell die „Romspatzen T-Shirts“ angezogen, ein paar Happen zum Frühstück und ab ging’s in die Metro. Pünktlich um 9:00 Uhr kamen wir auf dem Petersplatz an und warteten auf den Heiligen Vater. Gegen 10:30 Uhr kam er mit seinem Papa-Mobile auf den Petersplatz und drehte ein paar Runden durchs Volk. Vor seiner Rede wurden alle Anwesenden Gruppen, unter anderem auch wir, genannt. In seiner Rede sprach er die Domspatzen an und freute sich über unser Kommen(Ansprache und Begrüßung können Sie hier nachlesen). Auf dem Rückweg von Benedikt XVI. wollten wir ihm noch ein kleines Geldgeschenk und eine Packung von seinen Regensburger Lieblingspralinen übergeben. Aber leider hatte er keine Zeit (er hätte von den Sicherheitskräften aus auch nicht anhalten dürfen). So brachte Herr Schinko unser Präsent später zur von der Schweizer Garde bewachten Pforte des Vatikan und ließ sich versichern, dass das Geschenk auch wirklich dem Hl. Vater zukommt.
Nach der Audienz besichtigten wir den Petersdom, der uns mit seiner Größe und Schönheit beeindruckte. Danach teilten wir die Gruppe. Die eine Hälfte fuhr auf die Kuppel und genoss die wunderbare Aussicht, die andere besuchte die vatikanischen Museen. Gegen Abend trafen sich dann alle wieder auf ein Eis an der Spanischen Treppe. Wir beendeten den Tag mit der Besichtigung des Trevibrunnen. An ihm sprang gerade ein Verrückter vom Wasserfall ins Becken. Obwohl dieser danach die Polizei anpöbelte blieb er auf freiem Fuß. Typisch Italien!!! Nach diesem Tag fielen alle todmüde in ihre Betten.
Doch der nächste Tag ging für uns auch wieder so früh los. Unser Programm war: Zuerst die Katakomben und dann Gruppenprogramm. Bereits um 10:00 Uhr standen wir vor der Katakombe. Diese ist mit 17 Kilometern die längste der Welt. Es gibt in ihr ca. 20000 Gräber, wovon noch 200 original verschlossen sind. Wir bekamen eine Führung von einem Mann, der diese 17 Kilometer ohne Plan gehen kann (wie er selbst gestand:“… aber nur wenn’s sein muss!“). Danach bekamen wir die Möglichkeit in einem Seitengang mit Herrn Schinko die Hl. Messe zu feiern.
Nachdem wir wieder Tageslicht zu Gesicht bekamen, teilten wir die Gruppen und planten den weiteren Tagesablauf. Die eine Gruppe besuchte die größten Badeanlagen ihrer Zeit, die Caracalla-Thermen. Die andere Gruppe besuchte noch einmal die vatikanischen Museen.
Abends lernten einige von uns noch echte Römerinnen kennen...
Der letzte Tag begann ruhiger. Am Morgen mussten wir unsere Koffer packen und aus unsere Bungalows verlassen. Gegen Mittag machte sich eine Gruppe auf, um Ostia Antica, den antiken Hafen Roms und die gleichnamige antike Stadt, zu besichtigen. Die zweite Gruppe rutschte auf den Knien die Scala Santa, die Heilige Stiege, hinauf. Die dritte Gruppe besichtigte das Pantheon mit seiner berühmten Kuppel. Gegen 16:30 brachen wir dann auf, um zum Bahnhof zu kommen. Dort bekamen wir dann noch ein kleines Abendessen und verpflegten uns für die Zugfahrt. Nach einigen kleineren Schwierigkeiten stiegen wir alle in den Zug (gleicher wie zur Hinfahrt) ein und fuhren mit etwas Verspätung (1 Stunde) nach München bzw. nach Regensburg zurück. Dort wurden alle freudig von den Eltern empfangen und fuhren nach Hause, um den Rest der Ferien zu genießen. Bericht von Florian Burkhardt und Maximilian Meiler
Im Namen aller Teilnehmer wollen wir uns bei den Präfekten H. Sauer, H. Kugler, H. Hambsch, H. Heller und unserem Direktor H. Schinko für den Einsatz und die Umstände bedanken.
