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Musikforscher August Scharnagl ist tot
Ein exzellenter Kenner der Geschichte des Regensburger Domchors
Der Musikforscher August Scharnagl ist am Freitag, 3. August 2007 im Alter von 93 Jahren verstorben. Er betreute von 1955 bis 1988 ehrenamtlich die Proskesche Musiksammlung der bischöflichen Zentralbibliothek. Durch zahlreiche von ihm organisierte Ausstellungen wurde diese international gefragte Sammlung von musikalischen Quellen des 15. bis 19. Jahrhunderts einem breiteren Publikum bekannt.
Scharnagl studierte zunächst an der Regensburger Kirchenmusikschule, später dann unter anderem Philosophie, Geschichte und Musikwissenschaft in München und Würzburg. Er promovierte 1940 mit einer Arbeit über den Mainfränkischen Komponisten Franz Xaver Sterkel. Zudem unterrichtete er an verschiedenen Schulen und Universitäten, wie dem Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen oder der Universität Regensburg. Sein Forschungsschwerpunkt galt vor allem der Kirchenmusik, der er zahlreiche Monographien, Aufsätze und Artikel in der Enzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ widmete. Sein Buch „Einführung in die katholische Kirchenmusik“ gilt bis heute als Standardwerk für Unterricht und Lehre. Scharnagl zählte außerdem zu den Gründern der „Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte“. Er erhielt für seine Verdienste mehrere Auszeichnungen, darunter das Ehrendoktorat der päpstlichen Kirchenmusik-Fakultät in Rom, den päpstlichen Verdienstorden „Pro ecclesia et pontifice“ sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande. Besonders intensiv widmete er sich in seinen Forschungen auch der Geschichte des Regensburger Domchors und damit auch der Regensburger Domspatzen. Aufgrund seiner Verdienste um den Regensburger Domchor wurde August Scharnagl im Jahr 1985 zum Ehrenmitglied des Vereins "Freunde des Regensburger Domchors" e.V. ernannt.

