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Yes, we can!? - Fortbildungs- und Informationsveranstaltung zur neuen
US Politik mit amerikanischem Wahlkampfbeobachter

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Zu einer Informationsveranstaltung für die Oberstufe und die Lehrkräfte am Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen waren in Zusammenarbeit mit der MB Dienststelle für die Oberpfalz auch die Englisch-, Geschichts- und Sozialkundelehrkräfte aus dem Raum Regensburg eingeladen. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen waren in den Wolfgang-Saal gekommen, wo der Referent aus Washington vor einer ansehnlichen Zuhörerschaft sprechen konnte.
Zustande gekommen war die Veranstaltung mit dem Titel Yes, we can!? – Die Politik der USA unter ihrem neuen Präsidenten Barack Obama durch Vermittlung des Regensburger Regionalbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Mr. Risen nach Deutschland und in unsere Region eingeladen hatte und die zweiwöchige Vortragsreise „promotete“.
Clay Risen, der aus Tennessee stammende Politikwissenschaftler, Publizist, Herausgeber des angesehenen Magazins „Democracy: Journal of Ideas” und Autor des gerade erschienenen Buches 'A Nation on Fire: America in the Wake of the King Assassination' über den 1968 ermordeten Martin Luther King beobachtet und analysiert die politische Lage in den USA seit einigen Jahren. Aus den Flyern, Informationsschreiben und Vortragsankündigungen der Friedrich-Ebert-Stiftung war vorab vollmundig zu entnehmen gewesen, dass Clay Risen sehr nahe am Wahlkampfteam von Obama gewesen sei, so dass er interessante Einblicke geben könne. Er referierte ausführlich darüber, welches Erbe George W. Bush tatsächlich hinterlassen habe, und wie Präsident Barack Obama den Neubeginn schaffen wolle und welche Wirkungen und Folgen sein Regierungsprogramm weltweit und natürlich für Deutschland und Europa haben könne. Clay Risen bemühte sich Antworten aus der Sicht eines Amerikaners zu geben, der durch längere Aufenthalte in Europa die europäischen und besonders die deutschen Denkweisen verstehe, denn selten zuvor habe ein gewählter US-Präsident im In- und Ausland so große Hoffnungen nach einer gründlichen Erneuerung der amerikanischen Politik geweckt. Auch versuchte sich der junge Journalist in Spekulationen darüber, wie groß die Chancen seien, tatsächlich eine breit angelegte politische Wende einzuleiten oder ob die epochale Wirtschafts- und Finanzkrise und die vielfältigen Lasten aus acht Jahren Bush-Regierung Stolpersteine sein könnten, die Obama und seine neue Regierung gleich nach Amtsantritt ins Straucheln bringen könnten. Im weiteren Verlauf zeichnete Risen ein Bild der Regierungsmannschaft Obamas und stellte die intellektuellen Fähigkeiten der Einzelpersönlichkeiten vor. Besonders die Rolle des Vizepräsidenten Joe Biden versuchte er im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas klarer zu umreißen, da über seine Kompetenzausstattung bisher nichts Genaueres bekannt sei. Der Referent sprach über Obamas Umgang mit dem Militär und den schwierigen Rückzug aus dem Irak, seinen Wunsch, weiterhin in Afghanistan präsent zu sein und die Auflösung des Gefängnisses Guantanamo Bay auf Kuba.
In der anschließenden ausführlichen Diskussionsrunde mit Lehrkräften und Kollegiaten machte er noch einmal deutlich, dass es Obama und seinem Wahlkampfteam gelungen war, viele neue Wähler zu mobilisieren, die vorher nicht am politischen Geschehen teilgenommen hatten. Auch die Eltern des Referenten seien für Obama von „door to door“ gegangen, um für ihn zu werben. Auf Nachfrage eines Diskutanten erklärte der Referent, dass er Obama selber leider nie persönlich kennen gelernt habe, was besonders einige Lehrkräfte unter den Zuhörern nach der vollmundigen Ankündigung der vermeintlichen Nähe zu Obamas Wahlkampfteam etwas enttäuschte und den Vortrag insgesamt hinter den Erwartungen zurückbleiben ließ, zumal der junge Referent einige Antworten auf vorher in den Raum gestellte Fragen schuldig blieb.
Nach seinem Vortrag in Regensburg, wo er auch schon an der Universität, anderen Schulen und Instituten der Region referiert hatte, setzte Clay Risen seine Vortragsreise nach Würzburg fort. Ab diesem Sommer wird er als freier Journalist aus Berlin berichten.

Wolfgang Judenmann


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