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Geschichte - viel mehr als nur ein "Nebenfach"
von Bernhard Gietl
Das Selbstverständnis des Geschichtsunterrichts wie auch die Ansprüche an ihn haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des G8. Bisher wurde Geschichte als Schulfach von vielen eher geringgeschätzt und gar in den Hobbybereich verbannt. Geschichte ist aber nicht zuletzt als ein Denk-Fach wichtig. Anders als früher soll auch nicht mehr nur die Nationalgeschichte, sondern auch die Heimat- und Regionalhistorie Gewicht bekommen. Diese Aspekte sind im Unterricht am Musikgymnasium bedeutsam, genau so wie ein gediegenes Grundwissen und ein schülerattraktiver Unterricht. Damit die Schüler ihr Grundwissen ständig überblicken, hat jeder (7. bis 10. Jahrgangsstufe) das entsprechende Heft des Westermann-Verlags in Händen.
Die Fachschaft Geschichte ergänzt während des Schuljahres immer wieder Themen des laufenden Unterrichts. Gerade in der Unterstufe ist in zahlreichen Projekten neben Latein, Deutsch, Erdkunde, Kunst und anderen auch Geschichte mit eingebunden. Dies gelingt sehr gut etwa bei Themen wie „Pompeji", „Wie lebten die Römer in Castra Regina" oder der provinzialrömische Aspekt grundsätzlich. Oft schließt sich hier ein Unterrichtsgang durch Regensburg mit römischem oder mittelalterlichem Schwerpunkt an. Als 2005 REX („Regensburg Experiance") erarbeitet wurde, waren auch unsere Domspatzen als frühe Testpersonen und Kritiker dabei.
Die Sechstklässler begeisterte schon mehrmals der Archäologe Lothar Breinl mit seinem lebensnahen Steinzeitprojekt. Die Wandertage sollen zwar vor allem dem Wandern vorbehalten sein, sie lassen sich aber durchaus mit einem historisch wertvollen Ziel verbinden.
Die Fahrt in die KZ-Gedenkstätte Dachau war für die 10. Jahrgangsstufe traditionell, jetzt besucht die 9. Jahrgangsstufe Flossenbürg. Das Armeemuseum Ingolstadt, das NS-Dokumentationszentrum Nürnberg oder andere für den Geschichtsunterricht interessante Adressen werden immer wieder angesteuert. Die viertägige Fahrt nach Berlin ist obligatorisch und durfte dem G 8 nicht zum Opfer fallen. Manchmal werden Zeitzeugen eingeladen, die dann im Wolfgangsaal referieren und den Schülern Rede und Antwort stehen.
Mehrere Klassen konnten bereits die Gelegenheit nutzen und auf der „Navis Lusoria" rudern – ebenfalls eine Art Geschichtsunterricht, wenn auch oft aus anderer Motivation entstandenViele dieser Unternehmungen werden dann im Jahresbericht dokumentiert. So versucht die Fachschaft stets den goldenen Mittelweg zwischen Zusatzveranstaltungen und „normalem" Unterricht zu finden.
Endspurt bei der Besichtigung
Wie lebten die Römer, was und wie bauten sie und was ist von ihnen noch übrig? Diesen Fragen gehen derzeit Dritt- und Viertklässler nach, die aus Stadt und Landkreis die Römerausstellung bei den Domspatzen besuchen. Bernhard Gietl und seine Kollegen der Fachschaften Latein und Geschichte führen ihre jungen Gäste durch einzelne Themenbereiche und finden hier begeisterte Zuhörer. Interessierte Lehrer und Lehrerinnen, die die Ausstellung mit ihren Schülern noch besuchen wollen, können in der Zeit bis zu den Osterferien einen Termin vereinbaren (über die Pforte oder bei Herrn Gietl: 0941/7962-242). Der Besuch ist selbstverständlich kostenfrei.
OPUS CAEMENTITIUM: Neue Bautechnik der Römer
Ausstellung am Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen
Wie die Römer bauten und den Baustoff Beton – opus caementitium genannt – in ihren Bautechniken verarbeiteten, zeigt eine Ausstellung im Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen. Die Fachschaften Latein und Geschichte unter der Leitung von Bernhard Gietl haben die Ausstellung in der neuen Aula für Unterrichtsprojekte aufgebaut. Sie ist von Ende Januar bis Anfang März zu besichtigen.
Die Kenntnisse und das Wissen um das frühgeschichtliche Bindemittel Zement, einer Mischung aus Kalk, Ziegelmehl oder Puzzolanerde, reicht weit zurück. Von den Phöniziern über die Griechen gelangten diese Erkenntnisse und Techniken ungefähr im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Italien, dem damaligen Römischen Reich. Die Herstellung druckfester Bauteile aus wasserbeständigem Mörtel und Steinbrocken, zusammen in einer Schalung erhärtet, erlebte dann im 1. Jahrhundert n. Chr. ihren Durchbruch und wurde zum Maßstab der späten römisch-kaiserlichen Architektur. Über das Mittelalter hinaus in Vergessenheit geraten und erst um 1700 wiederentdeckt, wurde der Beton durch die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung des Bindemittels Zement zum Baustoff unseres Jahrhunderts.
Die Ausstellung zeigt antike Bauwerksteile, einzelne Modelle, Texte und Großfotos von der Herstellung und Prüfung des Römischen Betons, aber auch Bauwerke für Trink- und Abwasser, Häuser, Straßen und Brücken, Thermen, Theater und Amphitheater sowie von Häfen. Besondere Schwerpunkte bilden die Erfolge römischer Baumeister bei der Rationalisierung des Bauens sowie die großartigen Hallen- und Kuppelbauten. Die hier gewagten Abmessungen waren der vorrömischen Baukunst fremd und wurden erst wieder in unserem Jahrhundert erreicht. Das wohl eindrucksvollste Beispiel menschlicher Baukunst ist das fast völlig erhaltene Pantheon in Rom. Seine Kuppel aus römischem Beton überbrückt die riesige Weite von 43 Metern.
Ziel der Ausstellung ist es, den Betrachtern die faszinierende Baukunst der Römer nahe zu bringen. Die Ausstellung umfasst 37 Thementafeln, auf denen in Text und Bild Bauwerke, Baustoffe und Bauweisen der Römer dargestellt sind. Exponate aus Römischem Beton, sowie ein Modell eines römischen Baukrans (Hamsterrad) dokumentieren die Bauweisen anschaulich. Der Römische Beton ist eine der bedeutendsten Erfindungen der Baugeschichte. Der lateinische Ausdruck lautet "opus caementitium" (eigentlich "opus caementicium") und setzt sich aus den Worten "opus" (Werk, Bauwerk, Bauteil, Bauverfahren u.a.) und "caementitium" (von "caementum" = der behauene Stein, auch Bruchstein, Mauerstein, Zuschlagstoff; nach Begriffswandel Ursprung für unser heutiges Wort Zement) zusammen. "Caementum" wird mit "materia" (hier: Mörtel; andere Bezeichnung: "mortar") gemischt und ergibt nach Erhärten des Bindemittels ein sehr druckfestes Konglomerat-Gestein. Da dessen Aussehen und Eigenschaften unserem heutigen Beton entsprechen, werden in der Archäologie und der Baugeschichte dafür die Bezeichnungen Gussmauerwerk, Gussbeton, Kalkbeton, Zementmauerwerk oder – am häufigsten – Beton beziehungsweise Römischer Beton verwendet. Opus caementitium bedeutet also ein Herstellungsverfahren für Bauteile hoher Druckfestigkeit aus Mörtel und Steinen. Heute werden aus Beton Stahlbetonbrücken, U-Bahn-Tunnel, Pflastersteine, Autobahnen, Start- und Landebahnen auf Flughäfen, Abwasserrohre, Dachsteine, Lichtschächte, Blumenkübel, Wohnhäuser und Schulen gebaut. Rund 60 Prozent des Bauvolumens in Deutschland besteht aus Beton. Weltweit werden jedes Jahr mehr als fünf Milliarden Kubikmeter Beton verarbeitet.
Die Ausstellung geht auf die Konzeption von Prof. Dr.-Ing. Heinz-Otto Lamprecht und Joachim Weiss zurück. Es ist auch eine Multimedia CD-ROM erhältlich, die auf unterhaltsame Weise über die eindrucksvollen Bauleistungen der alten Römer informiert. Die CD-ROM kann direkt bei der Südwest Zement GmbH, Leonberg, unter der Tel. Nr. 07152 / 97 92 90 bestellt werden. Die gesamte Ausstellung selbst ist eine freundliche Leihgabe des Vereins „Historia Romana“ in Bad Gögging: www.historia-romana . Sie wird finanziert durch das Betonmarketing Süd von Südwest Zement GmbH Leonberg.
Wolfgang Judenmann
Steinzeit-Projekt der 6. Klassen
Passend zum Lehrplan hatte Herr Gröninger den weit über Regensburg hinaus bekannten Archäologen Lothar Breinl eingeladen, um mit den jungen Domspatzen in den Alltag eines Steinzeitmenschen hineinzuschnuppern. Ein theoretischer Teil im großen Musiksaal brachte viele Informationen, etwa über das Feuermachen. Dabei wurde auch mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass in unseren Breiten der Fiedelbogen ein praktikables Feuerzeug sei. Aber mit Pyrrit und "Feuerstein" ging es. Der praktische Teil führte alle in den Paradiesgarten, wo jeder Gelegenheit hatte, sich einen Bohrer zu bauen oder eine Muschel auf Hochglanz zu schleifen und sich einen prächtigen Anhänger zu schaffen. So wurde das Ziel Herrn Breinls erreicht: die Beschäftigung mit der Archäologie und sich davon begeistern zu lassen.
Bernhard Gietl
Die Geschichtslehrer
Barabara Fischer
Monika Forster
Bernhard Gietl (Fachbetreuer)
Christian Gröninger
Christian Kreikle
Josef Poitsch
Fächerübergreifende Zusammenarbeit Informatik - Geschichte: Eine Präsentation zur Geschichte der Eisenbahn von Stefan Schmerbeck
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