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Sabine Ball - "Mutter Teresa von Dresden"
Eine Begegnung mit einer außergewöhnlichen Frau
Sabine Ball, geboren 1925 in Königsberg (Ostpreußen), die vor allem in den neuen Bundesländern als "Mutter Theresa von Dresden" bekannt wurde, ist eine offenherzige, interessante und faszinierende rüstige Dame, die eine außergewöhnliche und bewegende Lebensgeschichte zu erzählen hat.
Am Samstag, den 10. Dezember 2005, hatten die Kollegiaten des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen eineinhalb Stunden lang die Gelegenheit, Frau Ball kennen zu lernen und mit ihr über ihr Lebenswerk zu sprechen.
Von den Schlachten des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat vertrieben, verlor die Familie auch im Zufluchtsort Dresden durch die Bombennacht am 13. Februar ihre ganze Habe. Sabine Ball wanderte daraufhin in die USA aus, um ein neues Leben ohne Zukunftsängste und in Wohlstand zu beginnen; bald heiratete sie einen wohlhabenden Amerikaner und genoss dieses Leben in vollen Zügen, bis sie der Partykultur derart überdrüssig wurde, dass sie wiederum ein neues Leben in einer kleinen Stadt in Kalifornien begann. Dort erfuhr sie von der Hippie-Szene und jungen Leuten, die ihr Leben durch Drogenkonsum in ihren Augen ruinierten.
Damals begann sie auch, sich die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen, und auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage umgab sie sich zunächst mit vielen Jugendlichen, um mit ihnen über "Gott und die Welt" zu sprechen Sabine Ball war zwar getaufte Christin, hatte aber damals selbst keinen Glauben - und suchte dann Sinnerfahrungen auf einer sechswöchigen Tramp-Tour nach Nepal, wo sie im Sommer 1970 drei Monate in einem tibetanischen Kloster bei Besinnung und Meditation verbrachte.
Doch ihr Interesse am Buddhismus verwandelte sich dadurch nicht in einen Glauben: erst nach ihrer Rückkehr nach Kalifornien kam sie mit einem überzeugten Christen ins Gespräch, der ihr die Bibel näherbringen konnte. Diese Erfahrung stellt Sabine Ball als Schlüsselerlebnis und Wendepunkt in ihrem Leben dar: plötzlich hatte sie das Gefühl, von einer göttlichen Macht berührt zu sein und kehrte 1993 nach Dresden zurück, wo sie das "Cafe Stoffwechsel" eröffnete, ein Treffpunkt für Jugendliche aller Gesellschaftsschichten, denen sie ihren Glauben an Jesus Christus und ihr Eintreten für die christliche Nächstenliebe vermitteln wollte und bis heute will.
"Ich bekomme kein Geld dafür, habe kaputte Knie und mir tut der Rücken weh, aber ihr seid mir das wert", sagt Sabine Ball, eine Frau von einzigartiger selbstloser Sorge um die "Zukunft der Gesellschaft", wie sie die Jugend bezeichnet, "und wenn zwei oder drei junge Menschen in diesem Raum auch nur ansatzweise nachvollziehen können, was mir der Glaube an Jesus Christus bedeutet, dann habe ich mein Ziel erfüllt und bin glücklich, heute hier hergekommen zu sein."
Maximilian Reichl, K13
Weitere Informationen finden Sie unter: www.sabine-ball-stiftung.de
