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Fastenzeit-Projekt bei den Domspatzen
ARCO IRIS –Stiftung unter dem Zeichen des REGENBOGENS
Mit dem Vortrag von Pfarrer Josef Neuenhofer, dem Gründer und Leiter von ARCO IRIS, einer Stiftung für Straßenkinder in Bolivien begann dieses Fastenzeitprojekt bei den Regensburger Domspatzen.
Betroffen lauschten die Schüler dem Vortrag, in dem Pfarrer Josef von den vielen Tausend Straßenkindern erzählte, deren Kindheit in dem latein-amerikanischen Land vom Betteln und Stehlen bestimmt ist, vom Arbeiten als Schuhputzer und Autoputzer, von Misshandlung und Ausbeutung.
Deshalb gründete Pfarrer Neuenhofer 1994 unter dem „Zeichen des Regen-bogens“ eine gemeinnützige soziale Stiftung der katholischen Kirche mit staatlicher Anerkennung, die ,,Fondación ARCO IRIS“ ,deren Ziel es ist, Straßenkindern, verwahrlosten Jugendlichen und Kindern von Strafgefangen eine Heimat zu geben und sie auf ihrem Weg zu menschlicher Würde und zur Persönlichkeitsentfaltung zu begleiten.
Nach diesem erschütternden Einblick in das Leben hilfloser Mädchen und Jungen war Schülern und Lehrern sofort klar, dass es bei einem Vortrag allein nicht bleiben durfte.
So beschlossen Schüler der 6. Jahrgangsstufe ihren Beitrag für ARCO IRIS zu leisten.
Religionslehrer Alfred Kleber stellte einen Teil seiner Zinnfigurensammlung zur Verfügung, die die engagierten Buben während des Elternsprechtages zugunsten der Stiftung verkauften.
Andere wiederum schlüpften in die Rolle des um jeden „Soles“ bettelnden Pedros, um so selbst zu erfahren, was es bedeutet, sich mit ,,niedriger“ Arbeit sein Geld verdienen zu müssen. Sie hielten den Eltern die Klassenzimmertür auf, wenn diese das Sprechzimmer betreten wollten. Jonas aus der Klasse 6c meinte dazu: „Das war gar nicht so schön. Viele haben uns ausgelacht. Manche Leute haben uns nicht wirklich freundlich behandelt.“
Am Ende hatten die kleinen Domspatzen einen beträchtlichen Spendenbetrag für
ARCO IRIS zusammengetragen.
Zum Abschluss des Fastenzeitprojekts besuchte Frau Marina Cohen de Janker aus Peru die Klasse 6c, um den Buben ihre lateinamerikanische Kultur näher zu bringen.
Schwarzer Mais war schon seltsam anzusehen und nicht gerade appetitanregend.
Die farbenfrohen Trachten und Baumwolljacken oder die Mütze aus Lamahaar wurden dagegen geradezu begeistert von Christofer, Andreas und Ilja anprobiert.
Am Ende des Projekttages stellten alle fest, dass er viel zu kurz war. ,,Wir wollten doch noch einen peruanischen Tanz lernen“, klagten Lukas und Dominik enttäuscht. Erst als Frau Cohen de Janker versprach, noch einmal zu kommen, verabschiedeten sich die Buben glücklich und zufrieden in die Osterferien.
Sigrid Eberl-Kellerer
