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Ein Fünkchen Hoffnung und viel Menschlichkeit inmitten größten Elends

Über die schwierige karitative Arbeit im von AIDS-geplagten Südafrika referierte Pater Gerhard Lagleder (OSB) im Wolfgang-Saal.
Schüler der Unterstufe überreichen einen Scheck über 500 Euro aus den Einnahmen des Unterstufenkobels.

Im Frühjahr 2008 fuhren die Regensburger Domspatzen auf Tournee in die „Regenbogennation“, Südafrika. Ein Halt auf ihrer Reise bildete dabei die Benediktinerabtei Inkamana, wo sie im Rahmen eines Konzerts den „Sonnengesang des hl. Franziskus“ von Enjott Schneider uraufführten. Jetzt, drei Jahre später, reist Pater Gerhard Lagleder, ein Mönch aus Inkamana, durch Europa und kam dabei auch nach Regensburg.
Auf Anfrage der Schulleitung war Pater Gerhard gerne bereit, über seine Arbeit in Südafrika zu berichten, was er auch gerne vor den Schülern der siebten bis zehnten Klassen im Wolfgang-Saal tat.
Der gebürtige Regensburger trat 1982 in den Orden der Missionsbenediktiner ein und wurde fünf Jahre später, im Jahr 1987, in die Abtei Inkamana entsandt. Dort war er entsetzt von der Aidsrate und gründete kurzerhand das „Blessed Gérard's Care Centre“.
Nicht zu Unrecht gilt die Krankheit Aids als die Geißel Afrikas. Besonders in Südafrika erschrecken die Zustände: ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ist HIV-positiv. Das entspricht mehr oder weniger der Gesamtbevölkerung Österreichs. Die Provinz KwaZulu Natal, in der das Care Centre liegt, gilt als „Hochburg des HIV“ innerhalb von Südafrika – wiederum das Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate der Welt. In der unmittelbaren Gegend, in der Pater Gerhard lebt und arbeitet, sind 76% der Einwohner HIV-positiv.
All dem zum Trotz machte Pater Gerhard es sich zur Aufgabe, die Not zu lindern. Bei der Gründung des Care Centre – einer Institution der Bruderschaft des Seligen Gerhard, der Hilfsorganisation des Malteserordens in Südafrika – war es ihm von Anfang an wichtig, die Einheimischen mit einzubinden. In Südafrika besteht immer noch der traditionelle Glaube, Krankheiten würden durch Verwünschungen und Verhexungen hervorgerufen. Einem Kranken zu helfen, ginge gegen den Willen der Ahnengeister.
Deshalb betreiben die freiwilligen Arbeiter des Care Centre Aufklärungsarbeit. Die Hauptaufgabe ist aber die Pflege von Aidsopfern: mit 40 Betten ist das Blessed Gérard's Hospiz das größte seiner Art in Afrika. Die Pflege ist für den Patienten kostenfrei, trotzdem aber auf dem neuesten medizinischen und hygienischen Stand; bei der Pflege steht immer die liebevolle Behandlung durch Fachkräfte im Vordergrund. Auch nach der Hochaktiven Antiretroviralen Therapie (HAART) werden die Patienten stets bei ihrer Genesung begleitet. Zusätzlich bietet die Organisation ein Kinderheim, einen Kindergarten, eine Klinik für unterernährte Kinder, Stipendien-Fonds, Erste-Hilfe- und Notdienste, einen Fonds für arme Kranke, einen Katastrophenschutzdienst, einen Nothilfe-Fonds sowie einen Seniorenclub für die Älteren.
In zwei kurzen Filmausschnitten aus Fernsehreportagen wurde uns die Arbeit im Care Centre näher gebracht. Besonders berührte dabei die Geschichte des kleinen Thembinkosi, der 2002 im Alter von nur vier Jahren – bereits als Aidswaise – an der Krankheit starb.
Nachdem die US-Amerikanische Regierung, der bisher zweitgrößte Sponsor des Care Centre, die Zuschüsse für Aids-Hilfe in Afrika drastisch gekürzt hat, scheint die Zukunft der Institution unsicher. Drei Euro kostet es, einen Kranken einen Tag lang am Leben zu erhalten; hochgerechnet ergibt das 1095 Euro im Jahr. Das Care Centre ist daher dringendst auf Spenden angewiesen; aus diesem Grund befindet sich Pater Gerhard auf Reise, um großzügige Helfer zu finden.
Nach einer Videobotschaft, in der Kinder aus dem Care Centre ein Lied des Dankes sangen, durften Fragen gestellt werden. Die Schüler zeigten sich wissbegierig und hielten sich mit ihren Erkundigungen nicht zurück.
Schließlich überreichte der Stellvertretende Internatsdirektor der Domspatzen, Herr Christian Vieracker, Pater Gerhard eine Spende für das Blessed Gérard's Care Centre über 500 Euro aus den Einnahmen des Unterstufenkobels, der mit dem Erlös aus seinen Verkäufen karitative Projekte in aller Welt unterstützt. Wir danken Pater Gerhard Lagleder für seine informative, beeindruckende und auf äußerst menschliche Art gehaltene Präsentation.

Daniel North


 

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