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Jungenschule – Mädchenschule: Schülerzeitungsredakteurinnen recherchieren am Domspatzengymnasium – dem einzigen Jungengymnasium in Bayern

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Die Redakteure der Schülerzeitung „Die Pauke“ des Dürer-Gymnasiums Nürnberg hatten die Idee, einen Artikel über Jungen- und Mädchenschulen zu schreiben. Es ging ihnen dabei vor allem darum, ihren Mitschülern einen Einblick in diese ihnen unbekannte Form des Lernens zu gewähren und sie mit deren Unterschieden bekannt zu machen. Eine Mädchenschule, das Maria-Ward-Gymnasium in Nürnberg, hatten sie bereits besucht. Das Gymnasium der Regensburger Domspatzen war ihr Wunschkandidat für eine Jungenschule, zumal das Domspatzengymnasium das einzige Gymnasium nur für Jungen in Bayern ist. Nach ausführlicher Projektbeschreibung schickte das Dürer-Gymnasium also drei Redakteurinnen des „gegnerischen“ Geschlechts, Miriam Büttner, Beatrix Haas und Bärbel Niggemann (alle 10b) zu den Domspatzen. Für die Mädchen war dies die erste Exkursion für „Die Pauke“. Die betreuende Lehrkraft StR Johannes Uschalt begleitete sie nach Regensburg. Er skizziert das Projekt wie folgt: Die drei Redakteurinnen der Schülerzeitung des Dürer-Gymnasiums bemühen sich im Rahmen ihrer Recherchen Probleme und Vorteile geschlechtsspezifischen Lernens zu untersuchen. Aus diesem Grund wollen sie Unterschiede im Gender -Verhalten an einer reinen Jungen- und Mädchenschule porträtieren. Dabei wollten sie eine 10. Klasse einen Teil des Unterrichtstages lang begleiten und ihre Schüler und Lehrer interviewen, um die Unterschiede zwischen den Schulen heraus zu arbeiten. Sowohl der Fortschritt der Klasse in den unterschiedlichen Fächern als auch das Klassenklima sollten Thema sein. Nach dem Empfang der „Kolleginnen“ aus Nürnberg durch die Redakteure der Schülerzeitung der Domspatzen Sebastian Meier, Mario Weisser, Raphael Burkhardt und Gagan Sehgal zeigten diese ihnen zunächst mit Stolz ihr erst in den Sommerferien farblich neu gestaltetes Schulgebäude, das neue Hallenschwimmbad und die neuen Internatsräume der Mittelstufe, erzählten die Geschichte der Regensburger Domspatzen und erläuterten die von Schulunterricht, Chorproben und Instrumentalunterricht bestimmten Abläufe im Hause. Von Chormanager Christof Hartmann erhielten die jungen Redakteurinnen Informationen über den Chor- und Konzertbetrieb und ein Buch über die Regensburger Domspatzen. Anschließend konnten sie den Konzertsaal und Chorsäle besichtigen. Zum Fototermin fand man sich vor der Weltkarte mit den Stationen der internationalen Konzertreisen der Domspatzen ein. Danach ging es in den Unterricht bei Herrn Kiesel (WuR) und Herrn Maeks (Chemie).Aufgefallen ist den Gästen, dass es viel ruhiger zugeht, dass die Schüler gut mitmachen, und dass offensichtlich weniger Konkurrenzkampf hinsichtlich des Aussehens herrscht. In den Schülerinterviews ging es vor allem um Kontakte zu Mädchen, Freundinnen und die Bedeutung des Tanzkurses. Aber auch der Umgang miteinander und das Klassenklima wurden thematisiert. Die Gäste wurden selbstverständlich zum dreigängigen Mittagessen in den Speisesaal eingeladen, wo die Mädchen mit großem Hallo begrüßt wurden. Im anschließenden Interview mit dem Klassenleiter der 10a, Herrn Kiesel, ging es vor allem um die Arbeits- und Lernbedingungen an einer reinen Jungenschule. Am Ende dieser Schülerzeitungsexkursion brachten die Domspatzen die begeisterten und vor allem von den Dutzenden von Klavieren und Flügeln und Orgeln beeindruckten Nürnberger zum Bahnhof und vereinbarten eine weitere Zusammenarbeit. Die Gegeneinladung wurde ausgesprochen. Vielleicht berichtet die Domspatzenschülerzeitung dann über das Leben an einem koedukativen staatlichen Gymnasium. Das Thema Jungenschule-Mädchenschule wird in der wissenschaftlich-pädagogischen Literatur immer wieder thematisiert, so z.B. in der ISB Publikation „Typisch Junge? Typisch Mädchen“ – Jungen und Mädchen in Schule und Unterricht von 1996 oder in der Zeitschrift engagement: Zeitschrift für Erziehung und Schule, 3/1995, Aschendorff Verlag mit dem Themenheft „Jungenschule-Mädchenschule-Koedukation“ mit Beiträgen von D. Knab, W. Judenmann, U. Prause, W. Pelzer, R. Seredzun u.a.

Wolfgang Judenmann


 

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