Eine Schule mit den Fächern Musik, Forschen und Reisen

Freitag, 07. Juni 2019, 16.51 Uhr Zur musikalischen Top-Ausbildung kommen im Gymnasium der Regensburger Domspatzen auch beste Voraussetzungen für Jungforscher. Drei Schüler erhielten nun für ihre Arbeit am Quantencomputer den Preis der Bundesforschungsministerin.

Kurz vorm Trompetenunterricht noch ein kurzes Interview. Für Jonathan Treffler schon fast Routine. Er ist einer von drei Domspatzen, die kürzlich für ihre Arbeit „Lösung des n-Damen-Problems auf einem adabiatischen Quantencomputer“ bei „Jugend forscht“ den Preis der Bundesforschungsministerin erhielten. Jakov Wallbrecher und Paul Schappert sind die anderen beiden des erfolgreichen Teams. Im jugendlichen Alter von 16, 15 und 14 Jahren sind die Drei mittlerweile gefragt; nicht nur auf der Konzertbühne als Sänger, sondern als Jungforscher. Sie gehören zu den ersten Schülern überhaupt, die einen Quantencomputer programmiert haben. Sie erläutern dann schon mal an Universitäten ihre Arbeit, stellen selbst programmierte Algorithmen vor oder sind willkommene Gäste in Forschungseinrichtungen.

„Jeder von uns hat seine Stärken, die er dann für das gemeinsame Projekt einbringt, wir ergänzen uns einfach super“, sagt Jakov Wallbrecher. Er ist eher der Koordinator, der die Projektarbeit am Laufen hält. Jonathan ist der „Informatik-Checker“ und Paul ist dann der, der die Arbeit nach außen präsentiert und gut erklären kann. Paul besteht darauf, dass er der Informatiker ist und die anderen beiden die Mathematiker sind. Alle drei kamen über die Liebe zur Musik zu den Domspatzen. Das liegt zunächst ja auch nahe. Die Regensburger Domspatzen sind weithin für ihren Chorgesang und die musikalische Ausbildung bekannt. Mittlerweile hat sich aber herumgesprochen, dass es neben dem musischen Zweig auch einen hervorragend ausgebauten naturwissenschaftlich-technologischen Zweig gibt. „Unsere naturwissenschaftlichen Interessen werden hier super gefördert, die Ausstattung ist einfach top“, sagen die drei Preisträger. 3-D-Drucker und eine Virtual-Reality-Brille gehören da selbstverständlich zur Basisausstattung. Es sei aber nicht allein das naturwissenschaftliche Tüfteln und Programmieren, was den Jungs so Spaß macht. „Wir treffen bei den Wettbewerben auf viele andere interessante Leute“, sagt Paul Schappert. Sie kommen zusätzlich zu den interessanten Chorreisen viel rum. „Wir sind eine Schule, wo Reisen zum Stundenplan gehört“, sagen sie mit einem Augenzwinkern. Sie sind dankbar für die vielen Erfahrungen schon in jungen Jahren. Es gehe bei der Teilnahme an Wettbewerben auch darum, zu lernen, wie man eine Sache strukturiert angeht, im Team arbeitet und dann auch transparent kommuniziert und präsentiert. Man lerne in kurzer Zeit unheimlich viel dazu. Die drei wollen sich zwar jetzt noch nicht festlegen, können sich aber gut vorstellen, später weiter auf dem Gebiet der Informatik und Mathematik tätig zu sein. Ohne ihren Lehrer Rene Grünbauer wären die drei Preisträger aber nie dort, wo sie jetzt sind. „Er motiviert und unterstützt uns zu jeder Zeit und bleibt selber lieber bescheiden im Hintergrund“, sagen die Drei voller Respekt. Sie können sehr gut einschätzen, wem sie was zu verdanken haben. „Alle im Haus wirken da zusammen. Wir möchten unseren Schülern so viele Möglichkeiten wie möglich eröffnen“, sagt Wolfgang Judenmann, derzeit kommissarischer Leiter des Domspatzengymnasiums. Selbstverständlich stehe die Chorarbeit an erster Stelle. Aber es gebe eben auch Momente und Zeiten, wo der Chor zurücktritt, damit die jungen Leute sich auf schulische Leistungen konzentrieren können, so Judenmann weiter. Der Domkapellmeister pflichtet ihm bei, ergänzt aber, dass für die Kinder das Singen im Chor eher Ausgleich sei. „Forschungen belegen, dass Singen Lebensfreude fördert, Atmung und Körpergefühl schult, Sprache und Ausdrucksvermögen fördert“, sagt Domkapellmeister Roland Büchner. Kurzum: Singen und Musik seien für „seine Männer“ eine Bereicherung für das ganze Leben. Sie verbesserten dadurch ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihr Sozialverhalten und die schulischen Leistungen.

Bei Paul, Jakov und Jonathan liegen die Interessen nun schwerpunktmäßig im naturwissenschaftlichen Bereich. Aber ohne das Singen im Chor könnten sie sich die Schule nicht vorstellen. Und wer meint, die drei Forscherspatzen hätten keine weiteren anderen Interessen, liegt daneben. Paul und Jakov begeistern sich für Fotografie. Paul macht gerne mal Sport, Fußball oder Badminton. Dennoch sind alle drei zusammen bereits wieder auf der Suche nach einem neuen Thema, zu welchem sie forschen und programmieren können. Die persönliche Einladung der Bundeskanzlerin liegt auf dem Tisch. Bald geht es zum Händeschütteln nach Berlin. Ihr nächster Termin ist noch im Juni die International Supercomputing Conference (ISC), eine wissenschaftliche Konferenz und Ausstellung für High Performance Computing (HPC), Networking und Storage. Da treffen in Frankfurt rund 160 nationale und internationale Aussteller aufeinander und präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen. Zahlreiche Aussteller und Fachbesucher tauschen sich zu den neuesten technologischen Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten von HPC in wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Umfeldern aus. Neben Vorträgen und Keynotes wird es auch Workshops, Tutorials und eine Ausstellung geben. Mittendrin: Jonathan, Jakov und Paul, das Jungforscher-Team der Regensburger Domspatzen. Sie präsentieren dann ihr preisgekröntes Projekt.

Gymnasium für Jungforscher und Musiker

Das Gymnasium der Regensburger Domspatzen wird getragen von der Stiftung Regensburger Domspatzen staatlich anerkannt. Es bietet einen musischen und einen naturwissenschaftlich-technologischen Zweig. Neben dem Singen im weltberühmten Domchor erhalten die Sänger eine gute schulische Ausbildung. Durch das Singen im Chor und die gemeinsamen Konzertreisen machen sie zusätzlich viele wertvolle Erfahrungen fürs Leben. Jeder Domspatz kann außerdem kostenlos ein Instrument lernen.  

Seit dem Schuljahr 2010/11 existiert am Gymnasium der Regensburger Domspatzen das Begabten-förderungsprogramm "ELM" (Eliteförderung Mathematik). 2016 wurden die Domspatzen in die „Junior-Ingenieur Akademie" (JIA), ein Netzwerk bei der Stiftung Deutsche Telekom, aufgenommen. Die Schüler entwickelten u.a. 2018 eine interaktive Installation für das Ars Electronica Center in Linz, welche noch heute im Museum gezeigt wird. Das aktuelle Jugend-forscht-Projekt zum Thema "Quantencomputer" haben die Schüler bereits vor über 60 Ingenieuren präsentiert.

Die Anmeldung für die Schule ist immer möglich. Voraussetzung ist lediglich ein Vorsingen, wo die musikalischen Fähigkeiten des Buben spielerisch getestet werden. Infos: www.domspatzen.de

Die drei erfolgreichen Jungforscher der Domspatzen Jakov Wallbrecher, Jonathan Treffler und Paul Schappert. (v.l.n.r.).Die Preisträger Paul, Jonathan und Jakov (v.l.n.r.), zusammen mit ihrem Lehrer und Förderer Rene Grünbauer (rechts) und Schulleiter Wolfgang Judenmann (links) vor ihrem Info-Stand in Chemnitz beim Bundespreis „Jugend forscht“.

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