Töne der Erleichterung

Montag, 12. Oktober 2020, 18.43 Uhr In der Elbphilharmonie Hamburg kehren die Domspatzen zurück auf die Konzertbühne.

„Dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“. Beim Schlussakkord von Mendelssohns achtstimmiger Motette „Denn er hat seinen Engeln“ waren sie förmlich zu hören, die Steine der Erleichterung. Wochenlang haben die Domspatzen auf dieses Konzert, genauer auf diese zwei einstündigen Konzerte hingefiebert. Die Regensburger Domspatzen haben sich nun auf der Konzertbühne zurückgemeldet; mit einem rein geistlichen A-Cappella-Programm und einem ausgefeilten Hygienekonzept samt Corona-Teststrategie.

52 Sänger und ihr Domkapellmeister erlebten nach über einem Jahr Konzertpause infolge der Corona-Pandemie wieder das Gefühl von Anspannung, Konzentration und Euphorie neben und auf der Bühne. Noch wenige Tage zuvor war nicht endgültig klar, ob der Chor überhaupt auftreten kann und darf. Möglich wurde das Hamburger Konzert, weil ein anderer Chor absagen musste: er konnte die Hygieneauflagen nicht erfüllen. Ende August ging die Anfrage vom Veranstalter in Regensburg ein. Chorleiter und Management sagten voller Euphorie zu. Seitdem waren Christina Ostrower und Marcus Weigl vom Chormanagement beinahe täglich mit der Vorbereitung der beiden Matineen in Hamburg beschäftigt. Unterschiedliche Regeln in den verschiedenen Bundesländern, die dafür nötige Teststrategie und natürlich immer auch die Sorge um die Gesundheit der Sänger und Zuhörer. „Es war eine ganz starke Teamleistung von uns allen, ich bin stolz auf meine Leute“, sagt Domkapellmeister Christian Heiß. Für ihn selbst war es der erste Auftritt überhaupt in der Elbphilharmonie. Er zeigte sich begeistert: „Ein Konzerthaus der Superlative, die Stilistik und die Optik sind einfach vom Feinsten. Dass wir es geschafft haben, hier sein zu können, trotz aller Widrigkeiten, die uns Corona bringt, das ist das Beste, was uns passieren konnte“, sagt er. Die Akustik des Raums lasse für Chormusik wenig Wünsche offen. Besonders für A-Cappella-Gesang sei der Große Saal ein unglaublich guter Ort. "Die Akustik hat uns das Singen mit Abständen sogar erleichtert, siw verzeiht aber ganz wenig“, sagte Heiß.

Die 52 Sänger, ihr Dirigent und das Management freuen sich, endlich wieder Publikum zu haben, für das die Domspatzen singen können – Höhepunkt und Hoffnung zugleich in der von Corona überschatteten Konzertsaison. Für viele Jungs und Männer waren die beiden Auftritte in Hamburg wie ein zweites Mal Weihnachten.

„Es ist schon toll, dass wir hier in der Elbphilharmonie wieder auf die Konzertbühne zurückkehren“, sagt Antonius von Rohr, Bariton und Schüler der Q11. Für dieses Erlebnis nahmen die Jungs auch gern einiges in Kauf: Vor ihrer Abreise aus Regensburg wurden alle Sänger zweimal negativ auf Corona getestet – wäre nur ein Domspatz positiv gewesen, hätten alle daheimbleiben müssen. Strenge Regeln galten auch für die Reise nach und in Hamburg: Abstand halten, Masken tragen, immer zusammenbleiben und Ausgangsverbot in Hamburg.

Am Sonntagmorgen um kurz nach acht kommt der Regensburger Reisebus am Konzerthaus an. Nur in kleinen Gruppen durften die Buben und jungen Männer mit dem Aufzug in den 12. Stock, in die Künstlergarderoben des Konzerthauses hochfahren. Auf der Bühne mussten die Sänger mindestens eineinhalb Meter Abstand halten. Eine Herausforderung für das gemeinsame Singen, welche der Chor aber fantastisch meisterte. Die Domspatzen singen eine Stunde am Stück. Nur gut 600 Zuhörer sind da, ein Drittel der Plätze im großen Saal der Elbphilharmonie ist besetzt – mehr Zuhörer dürfen derzeit nicht hinein. Das Publikum, das da ist, fordert Zugaben und feiert die Sänger. Das intensive Proben hat sich gelohnt, die Erleichterung ist groß nach den letzten gesungenen Tönen.

Auch Dank der Kooperation mit der KUNO Kinderklinik St. Hedwig der Barmherzigen Brüder in Regensburg war diese Reise möglich. „Die Regensburger Domspatzen spielen als Chor in der Champions League und sind in der eigenen Schule mit angeschlossenem Internat und täglichen Chorproben in dieser Pandemie besonders exponiert. Wir freuen uns, Partner dieser Institution sein zu dürfen“, sagt Professor Dr. Michael Kabesch, Ärztlicher Direktor der Klinik. Er organisierte die beiden Tests vor Abreise und begleitete zusammen mit seiner Frau, ebenfalls Kinderärztin, sogar den Chor nach Hamburg; im Gepäck Corona-Schutzausrüstung und Schnelltests, die aber zum Glück nicht benötigt wurden.

Die Domspatzen aus Regensburg waren vor zwei Jahren der erste Chor, der mit einem A-Cappella-Programm in der Elbphilharmonie für Furore sorgte. Jetzt sind sie auch der erste Chor, der nach dem Lockdown wieder die Elbphilharmonie allein mit menschlichen Stimmen zum Klingen brachte. Nicht auszudenken die Enttäuschung, wenn die Auftritte wegen eines Corona-Falls unter den Sängern in letzter Minute hätten abgesagt werden müssen. Unvorstellbar groß dementsprechend auch die Erleichterung bei allen.

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