Weihnachten mit den Domspatzen

Freitag, 21. Dezember 2018, 10.34 Uhr Von der CD-Aufnahme über den Herkulessaal zur Christmette im Regensburger Dom: Sechs Weihnachtskonzerte im Regensburger Audimax, zwischendrin Aufnahme für eine neue CD, dann in den Münchner Herkulessaal. Der unumstrittene Höhepunkt: Das „Stille Nacht“ in der Christmette im Regensburger Dom. Weihnachten ist für die Regensburger Domspatzen eine Hochzeit. Aber die Jungs sind bestens drauf. Im Internat können sie zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern Weihnachten feiern.

An Heilig Abend um 18.00 Uhr wird`s ein wenig kritisch. Zuhause, in den Familien, zünden sie jetzt die Kerzen an. Die Gedanken wandern zu Mama und Papa, den Geschwistern, zu Oma und Opa. Jetzt haben die Gedanken mal Zeit zum Wandern, denn im Haus der Domspatzen ist es jetzt ganz still. Bettruhe ist angesagt, damit die jungen Domspatzen nach einer langen, aufregenden und anstrengenden Adventszeit ein bisschen auftanken können, für den gefühlten Höhepunkt des Kirchenjahres: die Christmette im Dom.

Israel-Programm auf CD
„Ich bin total stolz auf meine Buben und Männer. Das ist unfassbar, wie sie dieses Programm durchziehen und sie sind mit vollem Engagement dabei“, sagt Domkapellmeister Roland Büchner. Er lächelt dabei und bei genauem Hinsehen kann man sogar ein wenig Freudentränen in seinen Augen sehen. Wohl auch, weil ihm bewusst ist, was ihm fehlen wird, wenn er im kommenden Jahr in den verdienten Ruhestand tritt. Keine Frage, die Adventszeit ist für alle Domspatzen eine intensive Zeit. Die Heimspiele im Audimax, jedes Wochenende auf Konzerttour und jetzt am Sonntag noch einmal ein großes Konzert im renommierten Münchner Herkulessaal. Dazwischen wurde im eigenen Wolfgangsaal noch eine neue CD eingesungen, aufgenommen vom Nittendorfer Tonmeister Andreas Ziegler, Absolvent der Musik-Uni Wien. „Der Chor ist topfit und sensationell gut drauf. Da kamen wir einfach nicht dran vorbei, das Programm, mit dem wir in diesem Jahr durchs Heilige Land getourt sind, auf Tonträger festzuhalten“, sagt Büchner. Schön für alle Freunde guter Chormusik: Damit ist fürs neue Jahr wieder mal eine neue Domspatzen-CD auf dem Markt zu erwarten. 

Heilig Abend in der Domspatzenfamilie
Die Jungs haben den Weihnachtsdienst im Dom vor Augen. „Das ist für uns auch eine gewisse Ehre, an Weihnachten hier zu singen“, sagen sie. Manchen ziehe es zwar schon auch ein bisschen nach Hause. Denn da sei Weihnachten immer ein großes Fest mit Oma und Opa. Aber so richtig Heimweh gebe es nicht. Schließlich kommen viele Eltern oder Familienangehörige auch nach Regensburg, um mit ihren Kindern dort zu feiern. Denn auch im Internat der Domspatzen versteht man zu feiern. Hier hat der Tag des Heilig Abend sein eigenes Zeremoniell. Ein wenig später aufstehen als sonst, selbstverständlich! Frühstücken und dann die Freizeit genießen, mit Freunden am Fußballplatz bolzen, in der Schwimmhalle ein paar Bahnen ziehen oder in der Turnhalle herumtoben. Nach dem Mittagessen geht`s dann aber zum Dom. Um 15.00 Uhr beginnt dort die Vesper, vorher müssen die Stimmen noch warm gemacht werden. Nach der Liturgie hält Domkapellmeister Roland Büchner noch eine kurze Stell- und Akustikprobe direkt im Dom. Glückliche Zuhörer kommen dann schon vorab in den Genuss des berühmten „Quem pastores“ und des noch berühmteren „Stille Nacht“. Meist nicht nur einmal, denn ein bisschen was zu verbessern gibt es selbst beim Regensburger Domchor immer. Die Akustik im Dom ist außerdem eine ganz andere als im Musiksaal in der Reichsstraße. Wenn alles sitzt, geht es zurück ins Haus der Domspatzen“. Dort wartet dann ein Weihnachtsschmaus auf die kleinen und großen Sänger. Das Küchenteam hat ein besonderes Weihnachtsmenü vorbereitet. Danach ist Bettruhe angesagt. Nicht sehr beliebt bei den Buben, aber eben notwendig, um in der Heiligen Nacht durchzuhalten. Die meisten jungen Domspatzen fallen aber nach kurzer Zeit in den Schlaf und müssen eine Stunde später sogar geweckt werden. An Weihnachten geschieht das nicht durch einen schnöden Wecker, sondern musikalisch und feierlich. Chor-Theologe Christian Hambsch nutzt die Zeit der Bettruhe, damit er in Ruhe die Geschenke unter den Baum legen kann. Denn eine Bescherung gibt’s natürlich auch. Jeder Junge bekommt ein Geschenkpäckchen, die Großen ein paar Mäuse, um sich eigene Wünsche erfüllen zu können. Wenn das Weihnachtsevangelium verlesen wird, darf immer der jüngste Knabe das Christkind in die Krippe legen. Und gesungen wird dabei natürlich auch. Eltern und Geschwister der Jungs sind bei der Feier dabei. „Ohne die Unterstützung der Eltern könnten wir so ein Programm nicht durchziehen“, sagt der Domkapellmeister. Dafür sei er sehr dankbar. Büchner sieht dieses entgegengebrachte Vertrauen aber auch als Verpflichtung, die Belastung für die Buben so zu steuern, dass nicht überzogen wird.   

Wenig später fährt der „Kaffbomber“ (so wird der Bus der Domspatzen genannt) vor und die wichtigste Stunde beginnt: die Christmette. Nachts in der Christmette ist die Stimmung natürlich noch deutlich intensiver als am Nachmittag. An die 3000 Gläubigen feiern die Messe mit, und noch viel mehr im Livestream, welchen das Bistum anbietet. Schon Stunden vorher sichern sich einige ihren Platz im Dom. Wenn dann am Ende der Christmette alle elektrischen Lichter ausgehen, noch ein leises Knistern in der Luft liegt, erst das „Quem pastores“ von Carl Loewe und dann das „Stille Nacht“ in ehrfurchtgebietender und anrührender Schönheit durch die Kathedrale klingen, dann ist Weihnachten! In diesem Moment möchte kein Domspatz an einem anderen Ort sein als vorm Hochaltar im Dom St. Peter.

Für die Domspatzen der Höhepunkt des Jahres: die Christmette im Dom. (Foto: Bernhard Kaiser)Roland Büchner und Andreas Ziegler hören kritisch in die Aufnahme rein. (Fotos: Weigl/Domspatzen)Vor Weihnachten noch, an zwei Tagen, nahmen die Domspatzen mit Andreas Ziegler eine neue CD auf. Das Programm der diesjährigen Reise ins Heilige Land klingt also nach.

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