Das folgenschwere Attentat von Sarajevo

Donnerstag, 06. Juni 2019, 16.49 Uhr Die Klasse 8 in der Ausstellung "Der erste Weltkrieg" im Bayerischen Armeemuseum

Im Rahmen unseres Geschichtsunterrichts in der 8. Klasse fuhren wir mit unseren Geschichts- und Deutschlehrkräften Bernhard Gietl und Christian Kreikle ins Bayrische Armeemuseum nach Ingolstadt. Dort wurden wir bereits von Franz Hofmeier, einem pensionierten Schulleiter, der uns durch die Ausstellung führte, erwartet. Imposant und sehr beeindruckend wirkte das Armeemuseum, die „Reduit Tilly“, eine Festungsanlage aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts, in der sich das Museum befindet, auf unsere Klasse. Im Inneren verstärkte sich dieser Eindruck, denn als wir unsere persönlichen Sachen für die Führung abgelegt hatten, zog das eindrucksvolle von Wappen umrahmte Gemälde, das die Schlacht bei Sedan zeigt, unsere Blicke auf sich. Gespannt lauschten wir den Ausführungen von Franz Hofmeier, der eine echte Gasmaske hervorholte, die unser Mitschüler aufziehen durfte. Denn dieser erzählte sehr anschaulich, dass früher von dem „verlorenen Gesicht“ gesprochen wurde, da durch den Stahlhelm, die graue Uniform und die Gasmaske die Soldaten nicht mehr unterschieden werden konnten. Einige von uns veranlasste der Anblick der Gasmaske zum Schmunzeln, für die Soldaten aber, die die Maske trugen, war es bitterer Ernst. Trug sie einer nicht, so war er mit dem Tod bedroht. Unterschiedlichste Uniformen und Helme konnten wir in einem großen Raum erblicken. Herr Hofmeier erklärte uns dazu: „Die Preußen hatten die Pickelhauben und die Bayern die Raupenhelme.“ Auf dem Gemälde waren diese zu finden und so forderte er uns auf sie zu suchen. Zum Verständnis erläuterte er uns, dass durch die Schlacht bei Sedan 1870 die Menschen dachten, dass sie den Krieg schnell gewinnen würden. Als wir dann durch den weißen Gang vorbei an Ausstellungsstücken in die Waffenabteilung kamen, blickten wir in den gezogenen Lauf einer Kanone. Wir erfuhren, dass es bei dieser Kanonenart Höhen und Vertiefungen – sogenannte Züge und Felder – gibt und die Kugel größer als der Lauf ist, angedreht wird und so eine stabilere Fluglaufbahn hat. Doch nicht der Museumsführer, sondern ein Klassenkamerad zeigte uns dies verständlich auf. Doch die Waffe des I. Weltkriegs war das Maschinengewehr. Besonders begeisterten uns die echten Exponate von diesen, Repetiergewehren sowie Granaten, die nun keine Zeitzündungen, sondern mit einem Aufschlagzünder ausgerüstet waren. Zum ersten Mal wurde aber im I. Weltkrieg der Himmel zum Kriegsraum, die Deutschen bauten insgesamt 47.000 Flieger, die jedoch nicht kriegsentscheidend waren. Darüber hinaus legten die Kriegsstrategen ihre Hoffnung auf U-Boote, da diese unter Wasser noch nicht geortet werden konnten. Kaiser Wilhelm II. meinte dazu: „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser“. Darauf führte uns der Weg über eine dunkle Wendeltreppe zur Ausstellung „I. Weltkrieg“. Sie begann mit einem eindrucksvollen Film über das Attentat in Sarajevo am 28. Juni 1914, dem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand mit seiner Gattin Sophie zum Opfer fiel, woraufhin der österreichische Kaiser ein Ultimatum an Serbien stellte. Im weiteren Verlauf eröffnete Österreich-Ungarn gemeinsam mit dem Deutschen Reich den I. Weltkrieg. Doch schon im Oktober 1914 wandelte sich entgegen der Erwartungen Deutschlands der Bewegungskrieg zu einem Stellungskrieg. Im weiteren Verlauf konnten wir die originalen Uniformen in Augenschein nehmen. Herr Hofmeier nutzte die Gelegenheit — hatte er doch Domspatzen zu Gast — uns von den militärischen Gesangsbüchern und Liedern wie z.B. „Jeder Schuss ein Russ“ zu erzählen. Wir betraten einen dunklen, mit Holzbalken gestützten Raum und waren alle begeistert. Von außen wirkte er unscheinbar, doch im Inneren stand ein eindrucksvolles Geschütz, das nur von wenig Licht aus einer Vitrine, in der Granaten aus Ingolstadt ausgestellt waren, erhellt wurde. Durch anschauliche Erklärungen brachte unser Museumsführer uns hier die Gründe für die Materialschlacht nahe. Der Höhepunkt des Besuchs war jedoch der sehr realitätsnahe Schützengraben, in dem wir den Alltag der Soldaten hautnah nachempfinden konnten. Sehr gut veranschaulichten die Geschichten des Großvaters von Herrn Hofmeier, wie anstrengend der Tagesablauf war. Wir erfuhren, dass jedoch nicht alles genau so gewesen sei, denn im Replikat ist der Stacheldraht nicht direkt am Rand des Schützengrabens und der Boden nicht befestigt. Nach diesen tiefgreifenden Eindrücken entdeckten wir im weiteren Verlauf der Führung , dass — was viele vielleicht nicht wussten— auch an das leibliche Wohl der Soldaten durch Getränke und sonstiges gedacht wurde. Eine erhebliche Neuerung für den Krieg war der Stahlhelm, den wir sogar selbst aufziehen durften. Er wurde 1916 erfunden und bot neben den Vorteilen, wie Sicherung vor Kopfschüssen, auch Nachteile. Besonders im Winter und im Hochsommer war er durch die fehlende Isolierung und wegen des sehr schweren Gewichts nur mit Überwindung zu tragen. Als wir die nächste Abteilung betraten, fiel uns allen ein scheinbar bekanntes, aber doch fremdwirkendes Exponat auf. Bei genauerem Hinsehen erkannte man, dass es sich hier um ein Fahrrad handelt, das anstatt eines Gummireifens eine Ummantelung mit Drahtspiralen hatte. Herr Hofmeier erläuterte, dass dieser durch die Rohstoffblockade und die Mangelwirtschaft entwickelt wurde. Im letzten Raum erhielten wir erschreckende Informationen. Denn für den Krieg wurden 64 Millionen Soldaten mobilisiert und von diesen fanden 10 Millionen den Tod. Trotz dieser schlimmen Erfahrungen hätten wir alle gerne mehr Zeit im Museum verbracht. Doch eine Frage beschäftigt uns immer noch: Wie konnte es nur 20 Jahre später zum „II. Weltkrieg“ kommen? Unser Dank gilt Herrn Franz Hofmeier, unserem Deutschlehrer Herrn Kreikle sowie unserem Geschichtslehrer Herrn Gietl dafür, dass sie uns dieses eindrucksvolle Zeitzeugnis der Geschichte des 20. Jahrhunderts ermöglicht haben. Markus-Benedikt Mahlendorf

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