Interview mit Petra Stadtherr

Montag, 26. November 2012, 16.40 Uhr Frau Petra Stadtherr ist seit Beginn des Schuljahres 2011 unsere neue Schulleiterin der Privaten Grundschule der Regensburger Domspatzen in Pielenhofen. Wir Schüler wollten es mal ganz genau wissen: Wir stellten unserer Lehrerin und Rektorin Fragen zu ihrem neuen Beruf und löcherten sie auch damit, was sie sonst noch so gerne macht.

Nikolaus: Seit wann genau sind Sie Schulleiterin?

Frau Stadtherr: Ich bin seit dem 1.8.2011 Schulleiterin.

Merlin: Dürfen Sie bestimmen, was die anderen tun sollen? Sind Sie der „Boss“ von Lehrern und Schülern?

Frau Stadtherr: Die Lehrerinnen, Erzieherinnen, Chorleiter, Mitarbeiter, Eltern und Kinder der Domspatzen-Grundschule sind zusammen mit der Schulleiterin ein aufeinander abgestimmtes Team. Das könnte man mit einer riesengroßen Fußballmannschaft vergleichen. Wir lernen alle voneinander und miteinander. Jeder ist für seinen Bereich zuständig. Meine verantwortungsvolle Aufgabe als Schulleiterin ist es, die Schule zu leiten. Ich organisiere viel und repräsentiere die Grundschule nach außen. Ich arbeite mit vielen Vertretern der Katholischen Kirche, mit dem katholischen Schulwerk, mit dem Stiftungsvorstand und dem Stiftungsrat der Regensburger Domspatzen, mit dem Schulamt, mit der Regierung, mit dem Architekten für das neue Schulhaus, mit dem Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerk, mit der Presse, mit Polizei und Feuerwehr, mit den Lehrerinnen, Erzieherinnen und Chorleitern, dem Elternbeirat, mit unserer Schulsekretärin, mit den Eltern und Kindern zusammen.

Peyton: Warum wurden Sie Schulleiterin an der Privaten Grundschule der Regensburger Domspatzen, Frau Stadtherr?

Frau Stadtherr: Als ich gelesen hatte, dass bei euch eine Schulleiterin gesucht wird, hat mich der Gedanke daran nicht mehr losgelassen und ich musste mich einfach bewerben. Ich freute mich sehr, als ich die Stelle bekam. Ich glaube, Gott hat mich auf diesen Lebensweg geführt.

Nico: Wieso wollten Sie gerade zu den Domspatzen und nicht an eine andere Schule?

Frau Stadtherr: Für mich sind die Schulen der Familie der Regensburger Domspatzen (Grundschule und Gymnasium) die tollsten Schulen der Welt. Ich bin nämlich ein riesengroßer Domspatzen-Fan.

Tim: Wann wurden Sie Fan der Domspatzen?

Frau Stadtherr: Ich liebe schon seit vielen, vielen Jahren den Gesang der Domspatzen. Der engelsgleiche Zusammenklang der Stimmen berührt mich ganz tief in meiner Seele.

Rico: Ist die Grundschule der Regensburger Domspatzen ihre Traumschule?

Frau Stadtherr: Das kann man wirklich so sagen, Rico. Wie ein kleiner Spatz bin ich im richtigen Nest bei meiner Domspatzen-Familie gelandet.

Max: Freuen Sie sich schon auf das neue Schulhaus in Regensburg?

Frau Stadtherr: Ja, sehr sogar. Das Gebäude ist wunderschön und riesengroß, es erinnert mich mehr an eine „Spatzen-Villa“ als an ein „Spatzen-Nest“. Architekt Peithner hat es entworfen, viele, viele fleißige Hände haben es in mühevoller Arbeit errichtet. Wenn es mit Kinderlachen, guten Gedanken und Gesang erfüllt wird, wird es erst so richtig zu leben beginnen.

Ich bin aber auch ein bisschen traurig, dass wir vom altehrwürdigen Kloster in Pielenhofen im schönen Naabtal Abschied nehmen müssen.

Elias E.: Haben Sie früher schon mal bei den Domspatzen gearbeitet?

Frau Stadtherr: Ja,Elias, ich war in den Jahren 1997 bis 2000 Präfektin (Erzieherin) am Gymnasium der Regensburger Domspatzen. Damals habe ich die Fünftklässler in ihrer Freizeit begleitet und die Jungs im Studiersaal bei Ihrer Hausaufgabe betreut und zum Beispiel Latein-Vokabeln abgefragt.

Felix: Was macht Ihnen am meisten Spaß an Ihrem Beruf?

Frau Stadtherr: Wenn mir ein Domspatz ein kleines Lächeln oder ein selbstgemaltes Bild schenkt, dann geht mir das Herz auf. Wenn ich euch Domspatzen singen höre vergesse ich allen Kummer. Außerdem lerne ich so gerne etwas dazu im Leben und als neue Schulleiterin habe ich dazu ganz viel Gelegenheit. Das finde ich sehr spannend. Es wird nicht langweilig!

Luca: Arbeiten Sie oft am Computer?

Frau Stadtherr: Oh ja, Luca, viele, viele Stunden am Tag. Auch ganz viel am Wochenende und während der Ferienzeit. 

Michael: Ist Ihr Beruf anstrengend?

Frau Stadtherr: Lieber Michael, gerade jetzt in den ersten Jahren ist der Beruf für mich eine riesengroße Herausforderung. Ich darf eine ganz neue Schule mit neuem Konzept mit aufbauen, das ist ein Mammut-Projekt.

Sasha: Wieso sind Sie auch Lehrerin und Klassenleiterin in unserer Klasse, nicht nur Schulleiterin?

Frau Stadtherr: Als Schulleiterin einer kleinen Grundschule gibt man auch 24 Stunden Unterricht pro Woche. Unterricht, Proben und Vera-Arbeiten vorbereiten und korrigieren, Elterngespräche, Experten einladen, ...nehmen wirklich viel Zeit in Anspruch. 

Tai und Maximilian M.: Haben Sie auch mal Zeit zum Ausruhen? 

Frau Stadtherr: Diese Zeit muss man sich unbedingt nehmen, wenn man gesund bleiben will. Das rate ich auch euch Kindern. Dinge tun, die einem Freude bereiten sind ganz, ganz wichtig im Leben. Ich besuche zum Beispiel sehr gerne Konzerte. 

Phillipp: Hat ein Schulleiter so viel Ferien wie ein Lehrer?

Frau Stadtherr: Das nennt man bei Schulleitern wie bei Lehrern „unterrichtsfreie Zeit“. Einen Großteil der Ferienzeit verbringe ich an der Schule und plane das neue Schuljahr.

Elias St.: Haben Sie vorher auch was gearbeitet?

Frau Stadtherr: Na klar, Elias. Ich war Lehrerin in Prüfening im Landkreis Regensburg, in Berngau bei Neumarkt i.d.Opf., in Altomünster im Landkreis Dachau und im Landkreis Schwandorf. 

Andreas: Woher können Sie so gut Englisch?

Frau Stadtherr: Ich liebe Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch) und war in den letzten Jahren Fachberaterin Englisch im Landkreis und in der Stadt Regensburg. Da habe ich viele Lehrerfortbildungen gehalten.

Marco: Welche Musik hören Sie privat?

Frau Stadtherr: Als Kind war ich ein riesengroßer Michael Jackson Fan. Südländische Klänge liebe ich: „Bachatas“ von Aventura zum Beispiel. Charts, Pop, Funk, Hip-Hop, ich höre alles Querbeet, Klassik, … Domspatzen am liebsten live!

Korbinian: Haben Sie noch einen anderen Traumberuf? Was würden Sie gerne machen, wenn Sie keine Rektorin wären?

Frau Stadtherr: Ich wäre gerne auch Reiseleiterin, am liebsten jedes Jahr in einem anderen Land oder Lehrerin in einem Dritte-Welt-Land. Oder (Kinder-) Bücher schreiben und bunte Bilder dazu malen, das würde mir auch gefallen.

Nicolas: Lieben Sie Tiere?

Frau Stadtherr: Meine Lieblingstiere sind Delfine. Als ich so alt war wie ihr hatte ich zwei Haustiere: Meinen schwarz-weißen Hasen Zamperl und meinen blauen Wellensittich „Coco“.

Maximilian: Was ist ihr Lieblingsbuch?

Frau Stadtherr: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.

Raoul: Welchen Spruch möchten Sie uns und der Domspatzen-Familie für den weiteren Lebensweg mitgeben?

Frau Stadtherr: „Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt. Ich weiß nur, dass er mich führt“.

Ich wünsche der gesamten Domspatzen-Familie Geborgenheit in der Hand Gottes.

Alle Jungs der Klasse: Vielen Dank für das Interview, Frau Stadtherr!

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